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Hoffnung für Autobahnausbau und zweites Eisenbahngleis

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Lübben/Lübbenau. Landrat Stephan Loge wertet Forderungen der gemeinsamen Kabinettssitzung als Bekenntnis zu Verkehrs- und Infrastrukturprojekten in der Region. Ingvil Schirling

Aus dem Spreewald nach Berlin zu pendeln, ist für viele Menschen aus Lübben, Luckau und Lübbenau bis hin zu Cottbus Alltag - aber meistens ganz und gar kein Spaß. Übervolle Züge, ständige Verspätungen und dazu noch eine nervige Parkplatzsuche: Die Bedingungen könnten wahrlich besser sein. Seit Jahren verschärft sich das Problem wie ein Schraubstock, der millimeterweise zugedreht wird. Es geschieht - nichts.

Andererseits werden im Pendlerverkehr Zuwächse um bis zu 95 Prozent erwartet. Die Rekord-Prognose betrifft konkret die Linie Berlin-Cottbus, die der RE2 bedient, der jetzt schon zu Stoßzeiten berstend voll ist. Die Zahlen wurden jüngst vom VBB genannt und beziehen sich auf den Zeitraum bis 2030.

Das aktuelle Szenario der brechend vollen Züge und rasanten Zunahme des Pendelverkehrs spielt sich dabei auch noch auf einer Strecke ab, die größtenteils eingleisig ist. Überholen oder sich begegnen können Züge zwischen Cottbus und Lübbenau derzeit nur auf der Höhe von Vetschau. Dieses Nadelöhr, oft beschrieben und beklagt, führt zu einem wackligen Fahrplan und dazu, dass der eine oder andere Pendler am Ende des Tages doch lieber das Auto nimmt. Und auch die A13 wird voller und voller.

Vor diesem Hintergrund weist Landrat Stephan Loge (SPD) auf wichtige Signale aus der jüngsten gemeinsamen Kabinettssitzung von Brandenburg und Sachsen hin. Deren Ergebnis war kürzlich, vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Lausitz zusätzliche Mittel vom Bund zu fordern. 1,2 Milliarden Euro soll dieser über fünf Jahre für die Entwicklung in der Lausitz locker machen - und darüber hinaus in Bahn, Straße und Breitband investieren. Untersetzt wird dies von Projekten, die von beiden Ländern als besonders wichtig angesehen werden. In dieser Liste sieht Landrat Stephan Loge klare Bekenntnisse zum Spreewald und zur Region. Denn sie umfasst den zweigleisigen Ausbau der Bahnverbindung zwischen Cottbus und Lübbenau. Das würde das Problem mit dem Nadelöhr in Vetschau beheben. Weiter steht der sechsspurige Ausbau der A13 an erster Stelle. Zu den Infrastrukturprojekten in der Region gehört zudem der Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen.

Zu der Liste von wichtigen Projekten gehört im Bereich Marketing, Kultur, Kunst und Tourismus weiter die INA (Internationale Naturausstellung) Lieberoser Heide, was Loge erfreut als deutliches Bekenntnis wertet. "Ich habe das Gefühl, dass die Priorisierung machbar ist. Da muss man dranbleiben", schätzt er die Chancen auf Durchführung ein. Auf der Liste stehen weiterhin die Slawenburg in Raddusch sowie innovative Projekte aus Wissenschaft und Forschung.