Von Katrin Kunipatz

Wassernixen könnten – wenn es sie gäbe – dank der Fischtreppe am Hartmannsdorfer Wehr nun vom Unter- in den Oberspreewald kommen, scherzt LDS-Wirtschaftsdezernent Heiko Jahn (SPD). Er spielt auf die Fischaufstiegsanlage an. Sie erlaubt es Fischen bis zu einer Länge von 1,60 Meter, das Wehr nördlich von Lübben zu passieren, erläutert Jörg Wiesner.

Er ist Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands „Nördlicher Spreewald“ und kennt als Bauherr die Details des Hartmannsdorfer Wehrs, das mit rund 45 Meter Breite von einem zum anderen Spreeufer reicht.

Es sei die größte wasserwirtschaftliche Anlage im Spreewald, die am Montag offiziell ans Land Brandenburg übergeben wurde.

Hartmannsdorfer Wehr im Spreewald fertiggestellt

Bereits im Juli war das Hartmannsdorfer Wehr samt Kahnschleuse und Fischtreppe nach 33 Monaten Bauzeit abgenommen worden. Damit endet nach sieben Jahren ein Projekt, an dem seit 2012 geplant wurde. Ausgangspunkt war ein Gutachten, das im Mai 2011 dem Hartmannsdorfer Wehr einen „miserablen Zustand“ bescheinigte, wie Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) erinnert.

Dabei blieb das Vorhaben im Kostenrahmen von 12 Millionen Euro, die Bund und Land gemeinsam finanzierten. Die rund 283 000 Euro für die öffentliche Querung des Wehres nehmen sich dagegen klein aus.

Trotzdem betont Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) die große touristische Bedeutung der blauen Fußgängerbrücke: „Wanderwege, die jetzt noch links laufen, können auf die Hartmannsdorfer Seite verlegt werden.“ Dies betreffe beispielsweise den Spreeradweg, den Gurkenradweg und den Hofjagdradweg.

Außerdem wünscht sich Lübben, die geschotterte Zufahrt zum Wehr mit einer Asphaltdecke für Radfahrer attraktiv instand zusetzen. Das Projekt ist Teil der Radwegmodernisierung. Wie Fachbereichsleiter Bauen, Frank Neumann, erklärt, seien die Anträge bereits gestellt. Er hofft, wenn die Genehmigungen kommen, 2020 mit dem Bau beginnen zu können.

Hartmannsdorfer Wehr nicht nur für Spreewald-Touristen interessant

Interessant ist das neue Hartmannsdorfer Wehr aber nicht nur als Querungshilfe für Radtouristen oder Wanderer. Selbst ohne Wassernixen macht das Bauwerk etwas her. Deshalb plant Marit Dietrich von der Tourismus, Kultur und Marketing (TKS) Lübben für das kommende Jahr Schleusenwanderungen und Führungen zum Wehr.

Die 1938 errichtete und 1985 erweiterte Anlage ist ein technisches Denkmal. Deshalb wurde im Zuge des Neubaus das mittlere Wehrfeld geborgen und in Sichtweite der neuen Anlage wieder aufgestellt.

Gut erkennbar ist die nur vor Ort bedienbare Mechanik zum Heben und Senken der Tore. Heute geschieht dies computergesteuert, wobei auch direkt an der Schleuse eine Bedienung möglich sei, so Wiesner.