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| 02:59 Uhr

Hochwasser im Spreewald: Wann kommt die Flut?

Die Hauptspree am Wehr Strandcafé fließt breit und schnell.
Die Hauptspree am Wehr Strandcafé fließt breit und schnell. FOTO: is
Lübben. Von Tag zu Tag schäumt das Wasser wilder an der Überlaufschwelle zum Hochwald und in die Stauabsenkung Nord am Wehr Eichenwäldchen bei Straupitz. Landrat Stephan Loge (SPD) ist regelmäßig mit dem Landesumweltamt dorthin unterwegs, um die Lage vor Ort einzuschätzen. I. Schirling

"Eine Wassermenge von 50 Kubikmeter pro Sekunde donnert in den Hochwald rein. Dort sieht man deutlich die Fließgeschwindigkeit."

Am Pegel Lübben stand das Wasser am gestrigen Freitagabend bei 369 Zentimetern. Ab 370 Zentimetern gilt die Alarmstufe eins. Gestiegen war das Wasser um sechs Zentimeter im Vergleich zum Vortag, zwischen Mittag und Abend lagen zwei Zentimeter mehr. "So geht das schon die ganzen Tage", schätzt Loge ein, "immer ein, zwei Zentimeter mehr". Vor diesem Hintergrund richten sich die Fachleute auf langsam steigende Wasserstände, aber ein lang anhaltendes Hochwasser ein. Landrat Loge rechnet damit, dass diese Entwicklung ab der Nacht von Sonntag auf Montag auch in Lübben spürbar wird - mit deutlicher Verspätung zu ursprünglichen Prognosen. Das Lübbener Reha-Zentrum hat Unterstützung für die Helfer angekündigt.

Völlig unklar ist nach wie vor, wo es sich zuerst zeigen wird. Christoph Bartoczek, Fachbereichsleiter in der Lübbener Stadtverwaltung, sagt: "Ich gehe davon aus, dass Lübben gut vorbereitet ist." Ralf Knieschke von der Lübbener Feuerwehr informiert, dass Sandsäcke an verschiedenen Orten eingelagert sind, dazu Kies am Baubetriebshof. "Im Zweifelsfall kann es sofort losgehen", schätzt er ein. Wie Christoph Bartoczek befürchtet auch er, dass bei diesem langsamen und lang anhaltenden Geschehen das Wasser von unten in die Keller drücken wird.

Unterdessen tritt in der Nacht zu Samstag das Fahrverbot auf den Fließen in Kraft. Es gilt zwischen der Ragower Kahnfahrt in nördlicher Richtung bis Leibsch beziehungsweise Groß Wasserburg, also für Lübben und den Unterspreewald. Trotz Protesten von Kahnfährleuten sind die Verantwortlichen dabei geblieben. Auch die Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz ziehen nach.