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| 17:54 Uhr

UPDATE TAG 3
Hitze erschwert Löscharbeiten in der Lieberoser Heide

FOTO: LR / Daniel Roßbach
Cottbus. Die Feuer in der Lieberoser Heide wüten weiter. 100 Hektar Fläche sind betroffen. Noch können die Feuerwehrleute den Waldbrand unter Kontrolle halten. Die Hitze fordert von den Einsatzkräften alles. Von Bodo Baumert und Torsten Richter-Zippack

Die Lage im Waldbrandgebiet Lieberoser Heide ist am Mittwoch unverändert. Rund 100 Hektar Wald sind betroffen, wie die Leitstelle Lausitz bestätigt. Ausgebreitet haben sich die Flammen in der Nacht nicht. Die Löscharbeiten gestalten sich aber weiterhin schwierig.

„Die Lage ist stabil, wir schließen eine weitere Brandausbreitung derzeit aus“, hatte Einsatzleiter Christian Liebe auf der Lagebesprechung am Dienstagabend erläutert. „Die Löscharbeiten finden seit dem Brandausbruch in einem dicht bewachsenen Areal nördlich des Teerofensees zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz statt.“

 Waldbrand in der Lieberoser Heide
Waldbrand in der Lieberoser Heide FOTO: LR / Daniel Roßbach

„Man muss das Feuer permanent beobachten, weil es sich dynamisch entwickelt“, sagte Wehrführer Michael Mummert von der Feuerwehr in Bagenz (Spree-Neiße). Der 45-Jährige fuhr eines der Tanklöschfahrzeuge. „Den ganzen Tag in der Gluthitze - wir waren alle sehr erschöpft“, sagte der Feuerwehrmann nach seinem Einsatz.

Ablösung kommt aus OSL

Brandenburgs Innenstaatsekretärin Katrin Lange hatte sich über die Lage informieren lassen und zeigte sich anschließend zufrieden: „Die Vorplanung des Kräfteeinsatzes ist bis einschließlich diesen Donnerstag abgeschlossen. Wir richten uns darauf ein, dass der Einsatz in der Lieberoser Heide mindestens noch mehrere Tage, wenn nicht länger als eine Woche andauern wird."

Die Lieberoser Heide erneut in Flammen FOTO: LR / Daniel Roßbach

40 Kameraden aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis werden am Mittwoch die Löscharbeiten beim Katastrophenwaldbrand in der Lieberoser Heide unterstützen. „Wir schicken zehn Tanklöschfahrzeuge, einen Einsatzleit- sowie zwei Kommandowagen zum Brandort“, kündigt der stellvertretende Kreisbrandmeister Silvio Spiegel an. Die Feuerwehrleute werden ab 10 Uhr für 24 Stunden im Einsatz sein.

Zwei Hubschrauber im Einsatz in der Lieberoser Heide

Zudem werden weiterhin zwei Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz sein. „Wir können sowohl die Randbereiche bewässern, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, als auch stellenweise Feuer löschen. Den Brand insgesamt zu löschen, ist aber vorerst nicht möglich“, berichtet Jürgen Errerd, der stellvertretende Leiter der Fliegerstaffel Blumberg, im RUNDSCHAU-Interview.

Der Löscherfolg sei insgesamt zu gering. Besser wäre nach Ansicht von Wehrführer Michael Mummert der Einsatz von Bundeswehrhubschraubern mit Wassertanks von 5000 Litern.

Innenstaatssekretärin Lange befürchtet, dass sich der Waldbrand angesichts der Witterungslage noch weiter ausbreitet, wenn wieder Wind aufkommt. „Ortschaften sind derzeit jedoch nicht gefährdet“, sagte sie am Abend.

Wind bereitet den Löschkräften in der Lieberoser Heide Sorgen

Vor allem der immer wieder drehende Wind hatte den Helfern zeitweise zu schaffen gemacht. Das sei in der jüngsten Lagebesprechung erst einmal kein Thema mehr gewesen, erläuterte der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz am Dienstag. Wichtig sei vor allem, dass sich der Brand nicht weiter Richtung „rote Zone“ ausbreite. Da liege alte Munition, weil sich dort ein ehemaliger Truppenübungsplatz befinde. Das Feuer könne in diesem Bereich fast nur aus der Luft bekämpft werden.

Das Gebiet sei zum größten Teil richtiger Waldbestand und bestehe überwiegend aus Kiefern, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel. In der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus hatte es bereits im Juli 2018 auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt, Anfang Juni 2019 dann erneut auf 1000 Quadratmetern.

Hitze macht den Einsatzkräften in der Lieberoser Heide zu schaffen

Die Herausforderung des Tages sei die Versorgung der Einsatzkräfte bei der Hitze mit genügend Wasser und Elektrolyten, damit sie durchhielten, sagte der Sprecher des Landkreises LDS, Bernhard Schulz. Er habe sich am Morgen ein Bild vor Ort gemacht. „Es ist wirklich ein hartes Brot für die Einsatzkräfte und man möchte nicht tauschen.“ Durch die Trockenheit sei der Staub so dicht, dass die Feuerwehrleute auch Atemschutzmasken aufsetzten müssten.

Auch bei solchem Wetter gelten nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes natürlich die Arbeitsschutzvorschriften. Dazu gehörten Stiefel, spezielle Hosen und Jacken. „Bei Waldbränden ist das die elementare Funktionskleidung“, erklärt ein Sprecher. Die Kleidung besteht aus Spezialstoffen, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind. Diese Stoffe könnten mehrere hundert Grad aushalten.

 Die Löschhubschrauber im Einsatz´.
Die Löschhubschrauber im Einsatz´. FOTO: LR / Daniel Roßbach

40 weitere Brandeinsätze in der Lausitz

Neben dem Waldbrand in der Lieberoser Heide hatten die Feuerwehren am Dienstag noch zahlreiche weitere Einsätze. Insgesamt 40 Mal musste die Feuerwehr laut Leitstelle Lausitz ausrücken, unter anderem zu einem Lagefeuerbrand bei Bad Liebenwerda, zu einem Böschungsbrand an der A13, einem brennenden Getreidefeld bei Mühlberg und einem kleineren Waldbrand bei Kolkwitz.

Es brennt auch in Forst und Cottbus

Am Mittwochmittag kamen weitere Einsätze in geballter Form hinzu. In kurzer Folge musste beispielsweise rund um Cottbus zu einem Waldbrand am Sachsendorfer Badesee, einem brennenden Mähdrescher in Ströbitz, einem Waldbrand bei Briesnig und einem Gebäudebrand in Briesen alarmiert werden.