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| 17:37 Uhr

Oldtimer im Spreewald unterwegs
Ausfahrt mit Trabi, Wartburg & Co.

Die 5.Oldtimer-Ausfahrt „Alte Spreewald Gurken“ machte am Samstag Station in Straupitz. Der Bestattungswagen war einer der Hingucker.
Die 5.Oldtimer-Ausfahrt „Alte Spreewald Gurken“ machte am Samstag Station in Straupitz. Der Bestattungswagen war einer der Hingucker. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Historische Fahrzeuge machen Halt in Straupitz an der Holländermühle. Von Andreas Staindl

Die Holländerwindmühle in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) ist ein historisches Zeitzeugnis. Am Samstag bekam sie Konkurrenz. Zumindest musste sich die Mühle die Aufmerksamkeit mit zahlreichen historischen Fahrzeugen teilen. Die nämlich parkten im Schatten der Flügel. Die 5. Oldtimer-Ausfahrt „Alte Spreewald Gurken“ der Handwerkskammer Cottbus machte an der Holländerwindmühle im Oberspreewald Station.

Fahrzeuge aus sechs Jahrzehnten waren dort zu sehen, inklusive Insassen in der passenden historischen Kleidung. Klar, dass die rollende Historie zahlreiche Schaulustige anlockte. Ilona Schröder aus Radensdorf (Stadt Lübben) war neugierig auf die Oldtimer. Dabei fährt sie selbst ein Auto, das mehr als fünf Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Ihr Skoda-Octavia ist von Anfang der 1960er Jahre. Das Fahrzeug ist zwar noch nicht so lange in ihrem Besitz, „doch unser erstes Auto war auch ein Skoda-Octavia. Da hängt man natürlich an diesem Modell.“ Anders als andere Besitzer von Oldtimern ist Ilona Schröder auch im Alltag mit ihrem historischen Fahrzeug unterwegs – etwa zum Einkauf in Lübben.

Sie könnte dort durchaus Hans-Jörg Tarnow mit seinem Trabant P 50 begegnen. Sein Fahrzeug aus dem Sachsenringwerk in Zwickau fällt auf. Die hellgrüne Farbe macht schon von weitem neugierig. Der Lübbener genießt das: „Die Leute staunen und freuen sich, wenn ich mit meinem Trabi unterwegs bin. Das ist doch schön, wenn ich ihnen damit eine Freude bereite.“ 18 Pferdestärken (PS) stecken unter der Haube des Oldtimers mit der Erstzulassung im Februar 1961. Eine überschaubare Leistung. Und doch hatte er vor einigen Jahren die Familie sicher in den Urlaub und wieder zurück gebracht, wie Hans-Jörg Tarnow erzählt. Dass das nicht sonderlich bequem ist – schnell vergessen. Mit einem Oldtimer unterwegs zu sein, sei ein Lebensgefühl.

Zahlreiche Leute haben das am Samstag miteinander geteilt. Die Teilnehmer der Ausfahrt kamen aus Brandenburg, aber auch aus Sachsen oder Berlin. Gegen neun Uhr sind sie in Cottbus-Gallinchen gestartet. Ihr erstes Ziel war die Holländerwindmühle in Straupitz. Der Besuch des technischen Denkmals gehörte zu den Höhepunkten der 5.Oldtimer-Ausfahrt. „Ich finde es schön, dass immer auch Kultur geboten wird“, sagt Andrea Dastig aus Dahme. „Das macht die Ausfahrten noch interessanter.“ Sie und ihr Mann Marco waren schon mehrmals dabei „wegen der attraktiven Ausflugsziele und, weil es in Gemeinschaft noch mehr Spaß macht, mit einem Oldtimer unterwegs zu sein“.

Ihr Adler Trumpf Junior Cabrio von 1935 war einer der Hingucker auch in Straupitz. Der Austro Fiat Bestattungswagen ist noch sieben Jahre älter – und ein echtes Unikat. Der imposante Wagen war eins von zehn Fahrzeugen der städtischen Bestattung in Wien. Natürlich gehörte der einstige Leichenwagen zu den begehrtesten Fotomotiven in Nachbarschaft der Holländerwindmühle. Auch historische Zweiräder waren zu sehen.

Diese sowie Trabi, Wartburg & Co. waren am Samstag insgesamt etwa 130 Kilometer auf den Straßen in Südbrandenburg unterwegs. Ziel war Skadow – ein Ortsteil der Stadt Cottbus – wo Dorffest gefeiert wurde. Auch dort konnte gestaunt und gefachsimpelt werden, sorgten die historischen Fahrzeuge für viel Aufmerksamkeit.