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| 02:41 Uhr

Hilfswerk rückt an die Feuerwehr

Christian Liebe (vorn links) überreicht Ronny Schulz (Mitte) die Beitrittsurkunde. Der Ortsverband des THW in Lübben ist deutschlandweit der erste, der einem Kreisfeuerwehrverband beigetreten ist.
Christian Liebe (vorn links) überreicht Ronny Schulz (Mitte) die Beitrittsurkunde. Der Ortsverband des THW in Lübben ist deutschlandweit der erste, der einem Kreisfeuerwehrverband beigetreten ist. FOTO: A. Staindl/asd1
Lübben. Der Ortsverband Lübben des Technischen Hilfswerks (THW) ist jetzt Mitglied im Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald. Die offizielle Urkunde gab es am Samstag. Es ist deutschlandweit das erste Mal, dass ein Ortsverband des THW einem Kreisfeuerwehrverband beitritt. Andreas Staindl / asd1

In der Praxis kooperieren Feuerwehr und THW schon länger. Doch jetzt rücken beide noch enger zusammen. "Wir wollen Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und profitieren", sagt Christian Liebe, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Ziel sei es, das Zusammenspiel aller Hilfskräfte zu verbessern.

Das scheint auch nötig, denn die Einsätze werden Liebe zufolge "immer mehr und anspruchsvoller". Das sieht auch Ronny Schulz so. "Es wäre doch verrückt, wenn jeder weiter sein eigenes Süppchen kochen würde", sagt der Ortsbeauftragte des THW in Lübben. "Die Feuerwehr verfügt über moderne Technik, wir ebenso. Wir wollen schauen, was schon vorhanden ist, um es gemeinsam zu nutzen. Das spart Geld."

Auch bei der Nachwuchsgewinnung sieht der Ortsbeauftragte Vorteile durch die Mitgliedschaft im Kreisfeuerwehrverband: "Wer bei uns mal reingeschnuppert hat, aber nicht bleiben möchte, hat vielleicht mehr Spaß in der Feuerwehr oder umgekehrt." Bei der Aus-und Weiterbildung wollen Feuerwehr und THW künftig ebenfalls zusammenarbeiten. "Experten des THW werden unsere Fachausschüsse mit ihren Erfahrungen bereichern", sagt Christian Liebe.

Das Technische Hilfswerk verfügt über Technik, mit der es die Feuerwehr schon oft bei Einsätzen unterstützt hat, etwa mit leistungsstarken Pumpen. Damit können Wasserstrecken über große Entfernungen aufgebaut werden. "Das ist in unseren munitionsbelasteten Wäldern von großer Bedeutung", erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands. "Es gibt Einsätze, bei denen wir an unsere Grenzen stoßen."

Wie gut sich Feuerwehr und THW ergänzen, haben sie schon bei verschiedenen Einsätzen bewiesen. Große Waldbrände gehören ebenso dazu wie das Hochwasser und die Explosion eines Hauses vor einigen Jahren in Lübben. Jetzt wollen sie auch außerhalb von Notfalleinsätzen kooperieren. "Helfer des THW werden künftig beispielsweise von unserer PartnerCard profitieren, die ihnen Vergünstigungen etwa beim Einkauf bringt", erklärt Mathias Liebe. Dem Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbands zufolge gibt es schon zahlreiche Ideen in der Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk. Die Integration von Flüchtlingen ist ein Projekt, dass Feuerwehr und THW gemeinsam angehen möchten, wie Christian Liebe sagt. Der Ortsverband Lübben hat künftig Stimm- und Rederecht im Kreisfeuerwehrverband. Ronny Schulz soll als Fachberater für das THW im erweiterten Vorstand mitwirken. Die Aufnahme des Technischen Hilfswerks in den Feuerwehrverband ist erst der Anfang. Andere Hilfsorganisationen wie die Schnelleinsatzgruppe (SEG), die Notfallseelsorge und die Johanniter beispielsweise könnten folgen. Erste Gespräche gab es schon, wie Christian Liebe sagt: "Es wird künftig immer wichtiger, Hilfsorganisationen miteinander zu vernetzen."

Zum Thema:
Der Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald vertritt die Interessen von mehr als 4000 ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden. Durch eine Satzungsänderung ist es möglich geworden, dass auch andere Hilfsorganisationen als ordentliche Mitglieder aufgenommen werden dürfen. Im THW-Ortsverband in Lübben engagieren sich derzeit etwa 50 Frauen und Männer. Zudem gibt es eine Jugendgruppe.