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Herzenssache ernst nehmen

Besucher informieren sich über die Volkskrankheiten Schlaganfall und Diabetes. Die bundesweite Aufklärungskampagne "Herzenssache Lebenszeit" machte am Pfingstsamstag zum zweiten Mal in der Spreewaldklinik in Lübben Station. Foto: Andreas Staindl/asd1
Besucher informieren sich über die Volkskrankheiten Schlaganfall und Diabetes. Die bundesweite Aufklärungskampagne "Herzenssache Lebenszeit" machte am Pfingstsamstag zum zweiten Mal in der Spreewaldklinik in Lübben Station. Foto: Andreas Staindl/asd1 FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Der rote Infobus der bundesweiten Aufklärungskampagne "Herzenssache Lebenszeit" hat erneut auf dem Gelände der Spreewaldklinik in Lübben Station gemacht. Zahlreiche Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich über Risikofaktoren, Ursachen und Vorsorgemaßnahmen der Volkskrankheiten Schlaganfall und Diabetes zu informieren. Andres Staindl / asd1

"Ich bin froh, dass es uns zum zweiten Mal gelungen ist, den Infobus nach Lübben zu holen", sagt der Diplom Mediziner Frank Schwertfeger, Chefarzt der Inneren Medizin in der Spreewaldklinik. Diabetes zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Etwa 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind Diabetiker. Fette, Zucker und andere Nahrungsmittel begünstigen diese Krankheit. "Sie sind ein gefährliches Ehepaar - so ähnlich wie Bonnie und Clyde", zieht Susanne Urban einen Vergleich. Der Präventionsmanagerin Diabetes in der Spreewaldklinik zufolge ist unausgewogene Ernährung oft die Ursache für Bluthochdruck. Sie warb dafür, sich "gesund und ausgewogen zu ernähren".

Wie genau das geht, konnten sich Besucher gemeinsam mit Experten am Pfingstsamstag vor Ort erarbeiten. Mit Vorsorgemaßnahmen und gesunder Lebensweise lassen sich bis zu 70 Prozent der Schlaganfälle vermeiden. Mitglieder der Deutschen Herzstiftung hatten umfangreiches Informationsmaterial dabei. "Wir wollen die Leute aufklären und informieren", sagt Gundula Laurischk. "Sie sollen Behandlungen und Therapien hinterfragen, etwa die Wirkung der Tabletten, die ihnen ihr Arzt verschreibt. Wir wünschen uns einen aufgeklärten Patienten."

Auch die Selbsthilfegruppe (SHG) "Implantierter Defibrillator" des Landes Brandenburg sowie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und andere Partner informierten vor Ort. Risikofaktoren lassen sich mit einfachen Überprüfungen feststellen.

Besucher nutzten diese Möglichkeit am Samstag. Sie haben etwa den Body-Mass-Index (BMI) ermitteln lassen. Der BMI gibt an, ob jemand über-oder untergewichtig ist oder Normalgewicht hat. "Wenn wir Werte unter- oder oberhalb der Norm feststellen, empfehlen wir einen Besuch beim Hausarzt", sagt die Krankenschwester Steffi Rogatz. Das trifft auch zu, wenn es Auffälligkeiten beim Elektrokardiogramm (EKG) gibt. Bei einer Besucherin war das am Samstag der Fall, wie Sylvia Schmehl erzählt. "Ich habe ihr empfohlen, sich bei ihrem Hausarzt vorzustellen." Die Oberärztin wertete das EKG von Interessierten gleich vor Ort aus. Wer seine Nierenfunktion, Fett- und Leberwerte ermitteln lassen wollte, konnte das am Stand der Sertürner Apotheke. Ziel der bundesweiten Aufklärungskampagne insgesamt ist es, den Wissensstand über Ursachen, Risikofaktoren und Vorbeugemaßnahmen von Schlaganfall und Diabetes zu verbessern und damit die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren. Der Infobus unter dem Motto "Risiko senken - Lebenszeit verlängern" macht bis September dieses Jahres in 80 Orten Deutschlands Station.