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| 01:25 Uhr

Herbst-Zeit-Loses vom Lübbener Autorentreff

Während einer Lesung in Groß Leuthen stellten Ralph Ronneberger, Ilona Noack und Ingrid Groschke (v.l..n.r.) neue Texte vor.
Während einer Lesung in Groß Leuthen stellten Ralph Ronneberger, Ilona Noack und Ingrid Groschke (v.l..n.r.) neue Texte vor. FOTO: 3N
Groß Leuthen.. Ingrid Groschke, Ilona Noack und Ralph Ronneberger vom Lübbener Autorentreff haben unter dem Titel „Herbst-Zeit-Loses“ im Rahmen des Scheunensommers in Groß Leuthen gastiert. 3N

Mit ihren literarischen Werken rundeten sie das Kulturvergnügen bestehend aus Musik, Film und Theater ab.
Die letzten blühenden Sonnenblumen schmückten das Podium in der Scheune und alte, schon leicht verstaubte Bücher lagen unter dem Couchtisch an diesem Nachmittag. Weniger als eine Handvoll Gäste war zu dem Autorentreff gekommen. Harald Linstädt verstand die geringe Resonanz in der 750-Seelen Gemeinde nicht, "denn der Scheunensommer ist die einzige Kultur, die im Ort verblieb". Stammgast Rudi Ziegler, der alte Groß Leuthener Dorfschul-Lehrer, und weitere Senioren kamen dann aber mit Verspätung doch noch.
Reime, zur Jahreszeit passend, standen im Mittelpunkt der Lesung. "Es ist die Zeit, wieder zueinander zu finden, denn die Kühle treibt in die wärmenden Stuben", umschrieb Ilona Noack ihre Gedanken. Sie malte in ihren Versen ein sentimentales Stimmungsbild, während der Herbst für Ingrid Groschke die Zeit für ausgedehnte Spaziergänge durch die sich färbende Natur zu sein scheint, wie sie in ihren Gedichten schreibt. Die Lübbenerin, die sich zuerst als Malerin einen Namen gemacht hatte, beschrieb auch in wunderschönen sprachlichen Bildern die Liebe des Schneckenfräuleins Edeltraut, während Harald Linstädt sich mit geschlossenen Augen wohl die dazu passenden Bilder Ingrid Groschkes ausmalte.
„Zeit-Loses“ war der zweite Teil des Nachmittags überschrieben, in dem Ralph Ronneberger neue Texte las, "als Zeugnis des unermüdlichen eigenen Schaffens". Zum Schmunzeln regte der letzte Teil der Lesung mit "Losem" an.
Das Publikum sparte nicht mit Beifall. Die Scheune bildete das passende Ambiente für diese Lesung, denn "das Flair der Scheune bietet nicht den Platz für die perfekte Organisation, sondern lässt Platz für das Improvisieren", schätzte Ronneberger ein.
Christa Schötz, die Groß Leuthenerin im Team der Autoren, konnte das "Heimspiel" aus persönlichen Gründen nicht nutzen, bedauerte Veranstalter Kai-Uwe Rettig. Für ihn hat sich der Scheunensommer zu "einem Landsalon, wo sich Künstler abseits des großen Rummels treffen", entwickelt.
Rudi Ziegler, der 84-jährige Senior, fand die beiden jüngsten Veranstaltungen - den Autorentreff und den Filmabend mit zwei Fassungen von "Emil und die Detektive" - als eine interessante Gegenüberstellung von Kultur. Er lobte vor allem das Gefühl von Kai-Uwe Rettig, mit den Filmfassungen von 1931 und 1954, beide in Berlin an den gleichen Schauplätzen gedreht, "das richtige Gespür für Kultur und Geschichte zu besitzen". (fs)