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| 17:11 Uhr

Schlepzig
Der neue Amtsdirektor im Unterspreewald ist – Jurist

Henri Urchs, der neu gewählte Amtsdirektor im Unterspreewald, im Kreise seiner Vorgänger Carsten Saß, Ursula Schadow, Dr. Markus Grünewald und Jens-Hermann Kleine (v.l.).
Henri Urchs, der neu gewählte Amtsdirektor im Unterspreewald, im Kreise seiner Vorgänger Carsten Saß, Ursula Schadow, Dr. Markus Grünewald und Jens-Hermann Kleine (v.l.). FOTO: Ingvil Schirling / LR
Schlepzig . Henri Urchs aus Kolkwitz bei Cottbus wurde am Dienstagabend in Schlepzig zum neuen Amtsdirektor im Unterspreewald gewählt. Von Ingvil Schirling

Einen gewissen Hang zum Bewährten kann das Amt Unterspreewald wahrlich nicht abstreiten. Zum dritten Mal in Folge haben die Amtsausschussmitglieder einen Volljuristen zum Chef der Verwaltung gewählt. Und mehr noch: Sie taten es an dem Ort, an dem schon die Vorgänger gewählt worden waren, deren Arbeit unbestritten als erfolgreich gilt. Diese waren denn auch alle da. Ob das als Rückenwind oder als dicke Hypothek zu werten ist, muss Henri Urchs nun entscheiden.

So heißt der „jüngste“ Amtsdirektor im Unterspreewald, mit 50 Jahren freilich der zum Wahlzeitpunkt älteste. Er lebt mit seinem zehnjährigen Sohn und seiner Partnerin in Kolkwitz und arbeitet in einer Cottbuser Rechtsanwaltskanzlei. Bei Riesa aufgewachsen, legte er sein Abitur in Elsterwerda ab und ging in Cottbus zur Armee in die Hubschrauberstaffel. 1989 begann er ein Jurastudium an der Humboldt-Universität, wurde freier Mitarbeiter in einer Großkanzlei, arbeitete in der Senatsverwaltung in Berlin mit und schloss das zweite Staatsexamen zum Volljuristen ab.

Das Amt Unterspreewald kenne er, sagte er im Vorstellungsgespräch vor der Wahl, seit 2004. Damals habe er zunächst mit Carsten Saß, später mit Jens-Hermann Kleine in Rechtsstreitigkeiten zusammengearbeitet. So habe er die Arbeitsweise im Amt sowie in den Gemeinden kennengelernt. Ausschlaggebend für seine Entscheidung, sich zu bewerben, sei gewesen, dass „das Amt gut aufgestellt ist und strukturiert arbeitet“. Dies sei für ihn eine erstrebenswerte Arbeitsweise, „um meine Möglichkeiten zu erweitern und mich selbst weiterzuentwickeln“. Als Rechtsanwalt werde man meist erst dann tätig, wenn Probleme oder Streitigkeiten entstehen. Als Amtsdirektor verspreche er sich, Lösungen herbeizuführen und gestalterisch zu arbeiten.

Noch betreut Henri Urchs selbstständig Mandate bis zum Oberlandesgericht in Cottbus (seit 2000, zuvor in Senftenberg). Er hat Erfahrungen in Arbeits-, Bau-, Sozial- und Familienrecht, auf die er als Amtsdirektor zurückgreifen könne, wie er sagte.

Zum Ende der Vorstellung kündigte er an, sich im Amt eine Wohnung oder Unterkunft zu nehmen.

Zur Wahl stellten sich insgesamt drei Bewerber, die in zwei Vorstellungsrunden ausgewählt worden waren. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 17 von 19 Amtsausschussmitgliedern entschieden sich für den Bewerber aus Kolkwitz. Auf die beiden Konkurrenten entfiel jeweils eine Stimme.

Henri Urchs dankte überwältigt für das Vertrauen und dafür, dass das Votum so eindeutig ausgefallen sei, „da sich die anderen beiden doch sehr überzeugend vorgestellt haben“.

Voraussichtlich beim nächsten Amtsausschuss am 20. März soll der frisch gewählte Verwaltungschef dann die Urkunde bekommen und vereidigt werden. Der offizielle Dienstantritt ist für Dienstag nach Ostern vorgesehen.

Doch die Gelegenheit, mit dem Wahlergebnis im Rücken tiefer in die Arbeitsweise des Amtes Unterspreewald einzusteigen, nutzte er gleich. Nach einer Gratulationsrunde, für die Amtsausschussvorsitzender Roland Gefreiter die Sitzung mit einer offiziellen Pause unterbrach und die unter anderem die Amtsdirektoren-Vorgänger Jens-Hermann Kleine, Dr. Markus Grünewald, Carsten Saß sowie die Amtsdirektorin des früheren Golßener Landes Ursula Schadow nutzten, setzte sich Henri Urchs wieder in die Reihen und verfolgte das Amtsausschuss-Geschehen rund um Feuerwehr, Planungsvergabe und künftige Projekte.