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| 01:06 Uhr

Heiteres in Lübbens bester Stube

Ein heiteres Sommerkonzert gaben Robert Lillinger und Michal Zumpe im Lübbener Wappensaal.
Ein heiteres Sommerkonzert gaben Robert Lillinger und Michal Zumpe im Lübbener Wappensaal. FOTO: -ds
Lübben.. Ein Liederabend kann heiter werden, was am Sonnabend im Wappensaal des Lübbener Schlossturmes, Lübbens bester Stube, zu beweisen war. Zwei einheimische Künstler machten dem Publikum und sich die Freude. Mit einem Liederabend, der von der Klassik bis zum Musical reichte. -ds


Der Tenor Michael Zumpe, ausgebildeter Sänger und Lehrer im Luckauer Gymnasium wie an der Lübbener Müntzer-Oberschule, war mit dem 15-jährigen Pianisten Robert Lillinger auf das Podium getreten. Das Publikum - „wir sind Lillinger-Fans“ , bekannte eine Konzertbesucherin in den besten Jahren - konnte Anspruchsvolles erwarten und hörte das auch.
Pianist Lillinger begleitete den Sänger Zumpe gleich zum Programm-Beginn mit einem schwungvollen Schubert-Lied, das von beiden Musikalität und Einfühlungsvermögen verlangt: „Der Musensohn“ kam zwar melodisch rasant, aber in sauberer und ansprechender Artikulation in die Ohren der Hörer. Die waren gleichermaßen verblüfft wie erfreut über das harmonische Zusammenspiel der beiden Interpreten.
„Wir haben fast ein halbes Jahr am Programm gearbeitet“ , verriet Robert Lillinger im RUNDSCHAU-Gespräch. „Ich habe Robert spielen gehört und hatte gleich den Gedanken: Es wäre doch prima, wenn wir gemeinsam einen heiteren Liederabend gestalten würden“ , erinnerte sich Michael Zumpe. Der Sänger und der 15-jährige Gymnasiast harmonierten in zahlreichen Proben und beim Konzert. Das war für beide Interpreten eine Premiere.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen - so sagten sich beide mit dem Zitat aus dem Prolog zu Goethes „Faust“ und ließen den Dichterfürsten mit dem „Heidenröslein“ in der Vertonung von Franz Schubert erklingen. Schubert ist für einen sommerlichen Liederabend eine sprudelnde Quelle, wie sich zeigte. Kraftvoll gab es den „Erlkönig“ in der anspruchsvollen Komposition, die Lillinger am Bechstein-Flügel ebenso einfühlsam spielte wie Zumpe den dramatischen Text gesanglich förmlich zelebrierte.
Von Franz Schubert zu Robert Schumann ist es musikalisch nur ein kleiner Schritt. Den gingen die beiden Interpreten nur zu gern mit ihren Zuhörern. Die „Dichterliebe“ von Heinrich Heine in der Vertonung von Schumann ist in Lübben der jüngsten Vergangenheit so differenziert und dramatisch-lyrisch wohl noch nicht erklungen. Die 16 kleinen Gedichte begannen in dieser Interpretation förmlich zu leben.
Schüler in Publikum entdeckten ihren Mitschüler, aber auch ihren Lehrer neu. Robert Lillinger, der Beethoven sehr mag, spielte zwei Sonaten-Sätze des Meisters. Er spielte aber auch Eigenes: Das „Andante cantabile“ verriet viel von seiner Musikauffassung und rührte in seiner schlichten Schönheit an. Manchmal ließen Motive von Beethoven grüßen, aber in Musikerkreisen ist „Ausleihen erlaubt“ .
Lieder aus dem „Phantom der Oper“ und „Der Zauberer von Oss“ passten in der Interpretation von Michael Zumpe gut in das Programm. „Es war zu schnell vorbei, weil es so schön war“ , sagte eine Zuhörerin nach dem Konzert. Lob freut die Künstler, die sich ihrerseits mit drei Zugaben bedankten.
Was machen beide in nächster Zukunft? Michael Zumpe will neben seiner Lehrtätigkeit an einem Mozart-Projekt arbeiten. Robert Lillinger will die 10. Klasse des Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasiums besuchen und seine Klavier-Studien bei Professor Glemser an der Fachhochschule Lausitz fortsetzen. Er möchte später Komposition und Dirigat studieren. (-ds/km)