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| 17:34 Uhr

Heimatmarkt
Markt für Nischenprodukte

Spezialitäten machen neugierig. Der letzteHeimatmarkt in diesem Jahr zog am Samstag in Lübben Einheimische und Gäste  an.
Spezialitäten machen neugierig. Der letzteHeimatmarkt in diesem Jahr zog am Samstag in Lübben Einheimische und Gäste an. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Von Andreas Staindl

Wer Nischenprodukte an die Kunden bringen möchte, der braucht die geeignete Plattform dafür. Außergewöhnliche Produkte auf Wochenmärkten oder ähnlichen Veranstaltungen zu präsentieren, ist oft nicht sehr hilfreich. Deshalb ist das Interesse für die Heimatmärkte durchaus da. Händler wissen es zu schätzen, dass das Publikum nach dem Besonderen sucht.

Am Samstag war Gelegenheit dazu. Da fand der vierte Heimatmarkt in diesem Jahr in Lübben statt. Die Zahl der Angebote hielt sich allerdings in Grenzen. Es war noch viel Platz in der Breiten Straße. Und doch wurde geschlendert und gefachsimpelt, wurden Erfahrungen ausgetauscht. Das Besondere an den Heimatmärkten: Es gibt Produkte, die man in großen Supermärkten vergeblich sucht, und schon gar nicht in der hohen Qualität bekommt. Was während der Heimatmärkte angeboten wird, ist regional gemacht, ist aus Rohstoffen gefertigt, die hier gereift und gewachsen sind. „Das zahlt sich aus“, sagt Matthias Bulisch. „Mein Honig schmeckt nicht nur anderes als Honig aus dem Supermarkt, er ist auch gesünder. Ich habe schon von zahlreichen Kunden gehört, dass sie ihre Allergien in den Griff bekommen haben, nachdem sie regelmäßig meinen Honig gegessen hatten. Diese Erfahrung habe ich selbst auch schon gemacht. Das zeigt, dass regional produzieren und kaufen immer wichtiger wird.“ Der Schönwalder (Unterspreewald) produziert Honig auf dem heimischen Hof, setzt auf schonende Behandlung der Bienen. „Wir arbeiten im Einklang mit der Natur“, sagt er. „Massenware ist nicht unser Ding.“ Exklusiver Honig dagegen schon. Wabenhonig gehört dazu. Er macht das natürliche Produkt Honig noch wertvoller. „Wabenhonig ist nicht nur eine leckere Köstlichkeit, er fördert auch die Gesundheit“, sagt Matthias Bulisch. „In Berlin hat sich das längst herumgesprochen, wird das Produkt schon gut nachgefragt. Hier im Spreewald braucht es noch ein, zwei Jahre.“ Und doch hatte der Schönwalder am Samstag Nachfragen nach Wabenhonig.

Auch Birgit Lichan-List aus Bergen (Stadt Luckau) konnte immer wieder Kunden an ihrem Stand begrüßen. Ihr Ziegenkäse vom heimischen Hof wurde rege nachgefragt. Die Idee der Heimatmärkte findet sie „gut, auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Lage der Breiten Straße verhindert, dass noch mehr Kunden kommen“.

Ein Geheimtipp allerdings sind die Heimatmärkte längst nicht mehr. „Ich freue mich immer darauf“, sagt Carina Schulze, die im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald wohnt. „Frisch vom Erzeuger schmeckt es einfach noch mal so gut. Ich nehme jedes Mal etwas mit.“ Frisches Obst und Gemüse direkt vom Bauern war am Samstag fast ein Renner. Auch Gabriele Beinker aus Lieberose (Lieberose-Oberspreewald) konnte sich nicht beklagen: „Ich fahre von Lübben aus immer zufrieden nach Hause.“ Ihre selbstgefertigten Taschen sind ein Hingucker, allesamt Unikate, und auf einem Spezialmarkt wie dem Heimatmarkt nach Ansicht der Lieberoserin „gut platziert“. Die Lübbenerin Heidrun Link nutzt in diesem Jahr auch die Chance, auf ihre Produkte in größerem Rahmen aufmerksam zu machen. Sie fertigt Blumenarrangements, setzt winzige Pflanzen in kleine Gefäße, interessant mit kleinen Hinguckern kombiniert. „Jedes Exponat gibt es nur einmal“, erzählt sie. „Und doch hält sich das Interesse in Grenzen. Die meisten Leute gehen einfach vorbei.“ Leicht haben es Nischenprodukte nicht.

Kindersachen sind da schon eher gefragt. Ein Flohmarkt für gebrauchte Baby- und Kindersachen wurde am Samstag erstmals in den Heimatmarkt in Lübben integriert. Die Marktmeisterin Christina Hentschel hatte die Idee dazu schon im vergangenen Jahr. Sie lag damit nicht verkehrt. Das eine oder andere Kleidungsstück wechselte den Besitzer-zur Freude von Käufer und Verkäufer. Genau am anderen Ende der Breiten Straße standen Burglind und Helmut Pundrich aus Uckro (Stadt Luckau) und boten frisch zubereitetete Plinse an. Regional gemacht und gleich vor Ort verspeist – besser geht es kaum.