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| 16:01 Uhr

Heimatmarkt im Spreewald
Frisch, regional und handgemacht

Auf der Schattenseite der Breiten Straße offerierten die Händler am Samstagvormittag ihre regionalen Produkte.
Auf der Schattenseite der Breiten Straße offerierten die Händler am Samstagvormittag ihre regionalen Produkte. FOTO: Birgit Keilbach
Lübben. Beim Heimatmarkt in Lübben schätzen Einheimische und Touristen das regionale Angebot. Von Birgit Keilbach

Es war ein heißer Tag für den dritten Heimatmarkt „Regional geMacht“ am Samstag in Lübben. Marktleiterin Christina Hentschel von der Stadtverwaltung begrüßte diesmal nur 17 Händler. „Einige haben wegen der Hitze, andere wegen Krankheit abgesagt.“ Sie hatte alle auf der Schattenseite der Breiten Straße platziert.

Das kam gut an. Überhaupt fühlen sich die Händler von ihr gut betreut. „Sie geht auf unsere Wünsche ein und empfängt uns morgens immer mit einer Tasse Kaffee“, sagte Sabine Radtke von der Schradenfrucht GmbH aus Gröden, die Wurst und Schinken vom Wasserbüffel anbot und zum Stamm der Händler in der Breiten Straße zählt. „Anfangs waren die Leute skeptisch, aber jetzt funktioniert es gut und wird von den Einheimischen gut angenommen“, resümierte Sabine Radtke. Ihr Mann Bernd brutzelte Büffel-Bratwurst und konnte über den Absatz nicht klagen. „Bratwurst geht immer, auch bei Hitze.“

Günter Eckert aus Cottbus-Branitz hatte verschiedene Biersorten in praktischer Verpackung dabei. Die unterschiedlich großen Holzkästen können nach dem Biergenuss als Sitz-oder Blumenhocker sowie zum Transport für weiteren Nachschub beim Grillfest genutzt werden. Er ist nicht zum ersten Mal in Lübben, war bereits auf den Regionalmärkten in Burg, Luckau, Vetschau und Finsterwalde. „Bedauerlich finde ich, dass die Stadt Lübbenau mit ihrer schönen Altstadt diesen Heimatmarkt nicht veranstaltet“, merkte der Cottbuser Händler an.

Bei Birgit Lichan-List aus Bergen (Stadt Luckau) konnten die Kunden Ziegenfrischkäse mit verschiedenen Kräutern probieren und kaufen. Ihre Hauptkunden sind die Ortsansässigen. „Sie holen sich den Frischkäse, weil der Weg zum Kühlschrank nicht weit ist“, sagte sie. Die Touristen probierten gern. Auch Rita Herrmann und Katrin Preuß zählten am Samstag dazu. Auf ihrer Radtour vom Urlaubsdomizil in Lübbenau machten sie einen Abstecher zum Heimatmarkt. „Das Angebot ist breit und regional ist immer gut. Bei den Temperaturen können wir aber nichts mitnehmen, wir sind ja noch den ganzen Tag unterwegs“, sagten die zwei Urlauberinnen aus der Nähe von Anklam.

Die Vielfalt der Stände gefiel auch Walter Becker aus Kassel, der mit seiner Frau einen Abstecher zum Regionalmarkt nach Lübben machte. „Wir kaufen gern regionale Produkte und wollen auch noch auf den Trödelmarkt. Außerdem wollen wir die Region für uns touristisch entdecken“ sagte er.

Wolfgang Mattheus nutzt den Lübbener Regionalmarkt seit 2017, um seine handgemachten Brotaufstriche aus der eigenen Manufaktur Lausiko anzubieten. „Der Umsatz ist wichtig. Aber für mich ist es vor allem eine Möglichkeit, regional bekannt zu werden und den Kundenkontakt zu halten“, sagte der Rückersdorfer. Zudem entstünden durch die Touristen auch überregionale Kontakte. Zu einem Berliner Feinkostladen beispielsweise. „Sie waren voriges Jahr an meinem Stand und haben jetzt nachgefragt, ob sie einige Brotaufstriche für ihr Angebot haben könnten“, freute sich Wolfgang Mattheus. In diesem Jahr habe er weitere Kontakte knüpfen können, nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und in die Schweiz.

Frisches Obst und Gemüse war bei Christian Schönfeld aus Frankendorf (Stadt Luckau) zu haben. Für ihn hält sich der Kundenanteil mit jeweils 50 Prozent Einheimischen und Touristen die Waage. Letztere griffen eher zu Leinöl, Honig oder eingelegten Gurken. „Ich stehe auch auf dem Wochenmarkt, dort holen sich die Lübbener ihr Frisches in der Woche. Samstags ist es viel ruhiger“, sagte der Frankendorfer. Detlef Mucha hingegen freute sich über die Gelegenheit. Der Lübbener holte sich grüne Bohnen für einen Salat. „An den Wochentagen bin ich arbeiten. Es ist schön, dass in der Breiten Straße auch mal etwas gemacht wird. Ich bin jedes Mal auf dem Markt am Samstag.“

Am Töpferstand nebenan wurde Britta Thöming fündig. „Ich finde die Idee mit dem Markt hier ganz gut und das Angebot ist ansprechend. Etwas mehr Obst und Gemüse würde ich mir wünschen“, sagte die Oldenburgerin, die mit ihrem Mann Jens ein verlängertes Wochenende in Lübben verbringt.

Hobbytöpferin Julia Krause war zum zweiten Mal in Lübben dabei und diesmal nicht so zufrieden. „Ich hatte mehr Besucher in Erinnerung“, sagte die Groß-Kölzigerin. „Die wenigen Besucher sind sicherlich dem heißen Wetter zuzuschreiben“, vermutete Jessica Sommer aus Greifenhain bei Drebkau. Sie war mit handgemachter Kleidung für Kinder und Frauen, Schmuck und Accessoires erstmals in Lübben. „In Burg bin ich von Anfang an dabei. Hier finde ich das Ambiente sehr schön.“