Dann stellte der Jamlitzer Bürgermeister Wilfried Götze die entscheidende Frage an seine Ausschusskollegen: „Kennen Sie meinen Widerspruch überhaupt?“ Keiner kannte den Wortlaut, stellte sich heraus. Amtsdirektor Bernd Boschan musste sich entschuldigend einräumen, dass er es versäumt habe, den Widerspruch der Vorlage beizufügen. Mit Konsequenzen. Weil er nicht innerhalb der gesetzlichen Frist entschieden werden konnte, muss der Haushalt außer Kraft gesetzt werden, sagte der Amtsdirektor. Er ziehe deshalb seine Beschlussempfehlung zurück. In diesem Widerspruch gegen die Amtsumlage, die nach dem Solidarprinzip erhoben wird und von allen Gemeinden gleiche Belastungen fordert, hatte Götze komplizierte Aufrechnungen vorgenommen. Die sollen belegen, dass die Amtsumlage Nachteile für seine Gemeinde in Höhe von rund 36 000 Euro bringe.
Da es nun keinen Etat mehr gebe, sagte Boschan, müsse umgehend ein neuer beraten werden. Es müsse, sagte er der RUNDSCHAU, ein anderer Ansatz gefunden werden, der dem Jamlitzer Anliegen Rechnung trage. Das bedeute, dass jede Gemeinde unterschiedlich an den Kosten beteiligt werde - was für einige teurer, für andere billiger werde. (km)