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Hasenvilla sorgt für Entspannung

Seit ein paar Monaten wird der Standort der Kindertagesstätte in Steinkirchen wieder für die Kinderbetreuung genutzt. Jetzt wurde zum ersten Fest in der Kita "Hasenvilla" eingeladen.
Seit ein paar Monaten wird der Standort der Kindertagesstätte in Steinkirchen wieder für die Kinderbetreuung genutzt. Jetzt wurde zum ersten Fest in der Kita "Hasenvilla" eingeladen. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Im Lübbener Ortsteil Steinkirchen wurde vor 80 Jahren die erste Kindereinrichtung eröffnet. Kürzlich öffnete eine neue Einrichtung, die die angespannte Situation bei der Kinderbetreuung in Dahme-Spreewalds Kreisstadt entschärft. Andreas Staindl / asd1

Vor 80 Jahren wurde die Kindertagesstätte in Lübbens Stadtteil Steinkirchen eröffnet. Dieses Ereignis wurde jetzt gebührend gefeiert. Die heutige Kita "Hasenvilla" blickt allerdings noch längst nicht auf acht Jahrzehnte zurück. Sie wurde erst im Dezember des vergangenen Jahres eingeweiht.

Die Schwestern Janine (36) und Aileen Buder (28) aus Alt Zauche (Lieberose-Oberspreewald) betreiben die Kindereinrichtung. "Wir sind sehr froh darüber", sagt Kornelia Hill von der Lübbener Stadtverwaltung. "Die Kindertagesstätte in Steinkirchen entspannt die Situation der Kita-Plätze in unserer Stadt erheblich." 45 Kinder bis zum sechsten Lebensjahr haben Platz in der "Hasenvilla". Die Kita ist derzeit etwa zur Hälfte ausgelastet, wie Janine Buder sagt. "Ende dieses Jahres werden wir unsere Kapazitätsgrenze erreicht haben."

Vier Erzieherinnen sind schon da, weitere stehen in den Startlöchern. Die Kindertagestätte setzt auf kleine Gruppen, viel Bewegung und Beschäftigung im Freien. "Wir wollen den Kindern vermitteln, wie gesunde Nahrung produziert wird und wie viel Spaß es macht, sich bei jedem Wetter draußen zu bewegen", sagt Janine Buder. Ein Hochbeet mit Erdbeeren und Tomaten wurde schon angelegt. Es wird von den Kindern und Erzieherinnen gemeinsam gepflegt. Auch Hasen hoppeln über die grüne Wiese der Kita. Klar, auch sie leben schließlich in der "Hasenvilla". Zudem bekommen die Kinder regelmäßig Besuch von einem Therapiehund.

Der Kontakt zu Tieren ist den beiden Leiterinnen der Einrichtung wichtig wie sie sagen. Sie hatten jetzt zum ersten großen Fest nach der Eröffnung Ende 2016 eingeladen. Eltern und Großeltern waren ebenso gekommen wie interessierte Gäste. Auch die Freiwillige Feuerwehr des Stadtteils war vor Ort. Kinder hatten ein Programm für die Gäste vorbereitet. Aileen Buder dankte Allen, die Anteil an der neuen Kita haben. "Es kommt nicht oft vor", sagt sie, "dass eine schon geschlossene Kindertagesstätte wieder eröffnet wird". 2001 wurde die Einrichtung in Steinkirchen durch Beschluss der Stadtverordneten und gegen den Willen der Eltern geschlossen. Der Ortsvorsteher Franz Richter hat das so in der Chronik der Kita festgehalten. Er hatte sich intensiv um die Wiedereröffnung der Kita bemüht, konnte aus Krankheitsgründen jedoch nicht während des ersten Fests dabei sein. Das Objekt, in dem heute Kinder betreut werden, war zehn Jahre lang Tischler-Werkstatt. Der Tischlermeister Stefan Schliebner aus Golßen (Unterspreewald) hatte das Gebäude 2005 gekauft. Nachdem er 2015 verstorben war, verkaufte seine Schwester Alice Richter das Grundstück an die "Aileen und Janine Buder GbR". Die beiden Schwestern haben die ehemalige Werkstatt zu einer Kindertagesstätte umbauen lassen. Dass sich der Nachwuchs dort wohlfühlt, war unschwer während des 80.Geburtstags kürzlich zu sehen. Auch die Mütter und Väter wissen die privat betriebene Einrichtung zu schätzen. "Unsere Öffnungszeiten von sechs bis 18 Uhr kommen den Eltern entgegen", erzählt Janine Buder. "Wir reagieren damit auf veränderte berufliche Bedingungen." Sie und ihre Schwester Aileen haben dafür gesorgt, dass Lübben bevölkerungsreichster Stadtteil (etwa 1380 Einwohner) wieder eine Kita hat.