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"Hasenvilla" nimmt Gestalt an

Jeanine und Aileen Buder (l.) sind nicht nur zum Schauen auf der Baustelle in der Steinkirchener Dorfstraße. Sie haben viele Arbeiten auch in Eigenleistung übernommen, um den Traum von der "Hasenvilla" Wirklichkeit werden zu lassen.
Jeanine und Aileen Buder (l.) sind nicht nur zum Schauen auf der Baustelle in der Steinkirchener Dorfstraße. Sie haben viele Arbeiten auch in Eigenleistung übernommen, um den Traum von der "Hasenvilla" Wirklichkeit werden zu lassen. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Ein kleines Schild am Briefkasten weist in der Steinkirchener Dorfstraße 19 b schon darauf hin, dass dort die Kita "Hasenvilla" entsteht. Der Innenausbau des Gebäudes geht voran. Auch an der Außenanlage wird gearbeitet. Ingrid Hoberg

Im September haben die Arbeiten begonnen - auf dem Gelände hat sich in den vergangenen Wochen viel getan. Gegenwärtig wird auch an der Außenanlage gearbeitet, es werden die Gehwege neu gepflastert. Die Hülle des Gebäudes wurde nicht verändert, doch die Räume darin sind entkernt und neu strukturiert worden - entsprechend den modernen Anforderungen zur Betreuung von etwa 45 Kindern im Alter von null bis sechs Jahren.

"Wir haben natürlich viel selber gemacht. Tapeten abgerissen, Fliesen rausgenommen, Putz abgeschlagen", erzählt Aileen Buder. Geplant von einem Architekten und von einem Bauüberwacher begleitet, führen Fachfirmen den Innenausbau aus. Zum Teil war schon eine Fußbodenheizung verlegt, doch nun liegen in allen Räumen die Heizschlangen. Die vorhandene Erdwärmepumpe wird umgebaut und den neuen Erfordernissen angepasst. Auch Umweltstandards sind zu erfüllen, wie Aileen Buder sagt.

Konzipiert sind Gruppenräume für die Jüngsten, die Mädchen und Jungen im mittleren Kita-Alter und die Großen. Auch wenn Aileen und Janine Buder in ihrem Betreuungskonzept mit Reggiopädagogik und Situationsansatz viel Wert auf Bewegung und Beschäftigung an frischer Luft legen, soll es im Haus genügend Platz geben. Dazu gehören ein kleines Bad mit einer Matschstrecke und ein Entspannungsraum. "Kinder sind manchmal zehn bis elf Stunden in der Einrichtung. Das ist nicht nur für die Eltern ein langer Arbeitstag", sagt Aileen Buder. "Es muss genügend Rückzugsraum geben", ergänzt ihre Schwester Janine.

Und eine kleine Küche wird eingerichtet, in der die Kinder beim Zubereiten von Mahlzeiten wie Frühstück und Vesper "mitschnippeln" dürfen. So kann das handwerkliche Geschick zeitig entwickelt werden.

Die beiden ausgebildeten Erzieherinnen sind bei der Entwicklung ihres Projekts von der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) unterstützt worden. "Sie hat den Kontakt zur Gründerwerkstatt ,Zukunft Lausitz' hergestellt", sagt Aileen Buder. So konnten sie Seminare zur Existenzgründung besuchen, in denen sie sich beispielsweise mit der Buchhaltung beschäftigten. Vom Land Brandenburg gebe es allerdings keine Förderung für private Kitas, obwohl der Bedarf an Betreuungsplätzen da sei, stellt Janine Buder fest. So stemmen die Schwestern die Investition aus eigenen Kräften. Auch wenn noch viel zu tun ist und sie gegenwärtig Mitarbeiter suchen, halten sie am Eröffnungstermin am 1. Januar 2017 fest.

Der Name "Hasenvilla" kommt übrigens nicht von ungefähr: Zwei Zwergkaninchen warten zurzeit in ihrem Gehege bei Janine Buder auf den Umzug in die Steinkirchener Dorfstraße. So wie die beiden jungen Bauherrinnen und die Eltern, die sich schon für einen Platz in der Kita interessieren. 37 Anmeldungen gebe es bereits. Besonders bei Krippenkindern ist die Nachfrage in Lübben groß.

Zum Thema:
Das Grundstück in der Steinkirchener Dorfstraße 19 b hat viele Jahre eine Kindereinrichtung beherbergt. Dort sollen bald wieder Mädchen und Jungen betreut werden, während ihre Eltern der Arbeit nachgehen. Wenn dann manchmal Großeltern einspringen, um das Enkelkind abzuholen, erinnern sie sich vielleicht noch an ihre eigenen Kindertage. In dem Haus befand sich seit 1937 ein Kindergarten. Im Jahr 2001 wurde die Einrichtung dann geschlossen - auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Lübben. Schon damals fand diese Entscheidung bei den Steinkirchener Eltern keine Zustimmung. Und immer wieder erinnerte Ortsvorsteher Franz Richter in Beratungen zur Kinderbetreuung daran, dass sich der Lübbener Ortsteil wieder eine Kita wünscht. Aileen und Janine Buder haben das Grundstück erworben und wollen eine private Kinderbetreuung anbieten.