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Hartmut Laubisch ist Golßens Bürgermeister

Golßens neu gewählter Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD/l.) erhält Glückwünsche von Herausforderer Michael Bock (CDU).
Golßens neu gewählter Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD/l.) erhält Glückwünsche von Herausforderer Michael Bock (CDU). FOTO: be
Golßen. Hartmut Laubisch (SPD) ist am Dienstagabend von den Stadtverordneten mehrheitlich zum ehrenamtlichen Golßner Bürgermeister gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Lars Kolan (SPD) an, der seit März hauptamtlicher Bürgermeister von Lübben ist. Carmen Berg

Trotz einer von der Fraktion Die Linke durchgesetzten geheimen Wahl ist eine Überraschung ausgeblieben. Mit zehn Stimmen wählten die Stadtverordneten Hartmut Laubisch zum neuen ehrenamtlichen Golßener Bürgermeister. Über genau so viele Sitze verfügt die SPD am Rathaustisch. Sechs Stimmen bekam CDU-Herausforderer Dr. Michael Bock, den Die Linke unterstützte. Linke-Fraktionschef Reinhard Knöfel hatte angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse moniert, die Wahl sei von der Papierform her ohnehin gelaufen. Er befürchtete in der Amtsführung Parteilastigkeit.

"Ich bin einer, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält und werde mich bemühen, allen Golßenern ein guter Bürgermeister zu sein", versicherte Hartmut Laubisch. Er war bereits von 2003 bis 2008 ehrenamtliches Stadtoberhaupt und hatte damals aus beruflichen wie gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidiert. Jetzt, als Ruheständler, habe er die nötige Zeit und wolle sich bis zum Ende der Legislaturperiode gern der Aufgabe stellen, erklärte er.

Mitbewerber Michael Bock gehörte nach der Wahl zu den ersten Gratulanten und räumte ein, man sei in vielen Dingen "gar nicht so weit auseinander". Beide kennen sich aus jahrelanger Tätigkeit als Stadtverordnete. Was ihm nicht gefalle, sei, dass nicht die Bürger ihr Stadtoberhaupt wählen, bedauerte Michael Bock. Das aber sei dem Gesetz geschuldet. Demnach entscheiden die Stadtverordneten über die Nachfolge bis zum Ende der Legislaturperiode, wenn ein ehrenamtlicher Bürgermeister vorzeitig sein Amt aufgibt. Lars Kolan hatte das getan, als er hauptamtlicher Bürgermeister von Lübben wurde.

Der Neue hatte mit den Beschlussvorlagen für die bevorstehende Tagung des Luckauer Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) gleich eine harte Nuss auf dem Tisch. Im Kern geht es darum, ob und zu welchen Konditionen der Bestandsschutz für einmal erteilte Abwasseranschluss-Bescheide aufgehoben werden soll. Aus einer kürzlichen Arbeitsberatung mit dem TAZV hatte Laubisch, zu der Zeit noch Fraktionsvorsitzender der SPD, Informationen zusammengestellt, wie sich die vorgeschlagenen Varianten der Anschlussbeiträge auf die Verbrauchsgebühren auswirken. Er bot das Material allen Fraktionen an. Bei einem Treffen der Fraktionsvorsitzenden soll dann gemeinsam das Abstimmungsverhalten Golßens bei der Verbandsversammlung festgelegt werden.

Weitere Amtshandlung von Hartmut Laubisch nach der Wahl war ein Geldverzicht. Monatlich 200 Euro aus seiner Aufwandsentschädigung will er für den Verfügungsfonds des Bürgermeisters spenden, aus dem gute Zwecke finanziert werden.