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| 02:49 Uhr

Harte Prüfung für Ärzte in der Spreewaldklinik Lübben

Ärzte üben am Behandlungstrainer. Sie haben sich an der Fortbildung in der Spreewaldklinik in Lübben beteiligt.
Ärzte üben am Behandlungstrainer. Sie haben sich an der Fortbildung in der Spreewaldklinik in Lübben beteiligt. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Eine außergewöhnliche Fortbildung für Ärzte hat am Wochenende in der Spreewaldklinik in Lübben stattgefunden. Den 16 Teilnehmern wurde die Erstbehandlung von Schwerstverletzten (Polytrauma-Patienten) im Krankenhaus vermittelt. Ziel der Schulung ist es zu gewährleisten, dass bei Schwerstverletzten die Diagnostik innerhalb von 30 Minuten abgeschlossen ist und die Therapieentscheidung feststeht. A. Staindl/asd1

Die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Spreewaldklinik in Lübben ist seit 2011 als regionales Traumazentrum zertifiziert. Schwerverletzte werden 24 Stunden täglich und an 365 Tagen im Jahr aufgenommen. Die Behandlung erfolgt nach standardisierten Abläufen.

Und die sollen weiter optimiert werden. Ziel ist es, "den Schaden zu begrenzen, den ein Schwerverletzter mitbringt", sagt Dr. Carsten Johl. Dem Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie in der Spreewaldklinik ist es gelungen, eine Fortbildung nach Lübben und erstmals in das Land Brandenburg zu holen, die grundsätzlich nur in Universitätskliniken oder im Unfallkrankenhaus Berlin durchgeführt werde. "Ich bin stolz, dass ein solcher Kurs auch bei uns stattfindet", sagt Carsten Johl, "denn die theoretische und praktische Fortbildung am konkreten Arbeitsort ist besonders wertvoll." Seiner Erfahrung nach ist das vergebene Zertifikat "die härteste Prüfung im Leben eines Unfallchirurgen".

Die Teilnehmer mussten schon vor Beginn der Fortbildung 400 Seiten Fachliteratur in englischer Sprache lesen und ihr Verständnis mit einer Prüfung nachweisen. Auch der Kurs selbst wurde mit einer Prüfung abgeschlossen.

Chirurgen, Anästhesisten, Unfallchirurgen vorwiegend aus der Spreewaldklinik, aber auch aus dem Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen, haben sich an der Fortbildung beteiligt. Ihnen wurden unterschiedliche chirurgische Techniken vorgestellt, die sie an Simulationsmodellen erlernt und an Simulationspatienten trainiert haben. Das Ausbildungskonzept ATLS (Advanced Trauma Life Support) stammt aus den USA. Lektoren der Akademie der Unfallchirurgie (AUC) GmbH haben die Fortbildung durchgeführt. Die Krankenpflegeschule der Spreewaldklinik stand als Räumlichkeit zur Verfügung.

Die Fortbildung macht die Spreewaldklinik noch leistungsfähiger. Zwar ist der Ablaufprozess für die Erstversorgung standardisiert, doch er soll optimiert, noch besser und effektiver werden. "Wir wollen unseren Patienten die gleiche hohe Qualität der Erstversorgung wie etwa das Unfallkrankenhaus in Berlin bieten", sagt Carsten Johl. Abgestimmte Handlungsschritte des Einzelnen und des Teams, aber auch das fachlich richtige Handeln seien zentrale Elemente dafür. Entscheidend sei, möglichst schnell zu erkennen, welche Schritte nötig sind, um den Schaden bei Schwerverletzten zu begrenzen und deren Leben zu retten. Bei den unter 45-Jährigen sei ein Polytrauma die häufigste Todesursache; jeder achte Schwerverletzte sterbe.