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| 02:43 Uhr

Gutes Jahr für die Stadtentwässerung

Lübben. Der Stadtentwässerung Lübben (SEL) arbeitet erfolgreich. Das geht aus dem vorläufigen Zwischenbericht hervor, den der Werkleiter Bert Dörre den Mitgliedern des Werksausschusses jetzt vorgelegt hat. Andreas Staindl

Die SEL schließt das vergangene Jahr voraussichtlich mit einem Jahresgewinn von rund einer Million Euro ab. Das sind 716 000 Euro mehr als geplant. Ursachen sind dem Werkleiter zufolge Kredite zu besseren Konditionen, Minderausgaben beim Materialaufwand sowie bei sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Dennoch gibt es noch Reserven. Die Saug-Spülkombination ist ein "Kostentreiber". Das rund 30 Jahre alte Fahrzeug soll in diesem Jahr ausgetauscht werden.

Die im vergangenen Jahr abgerechnete Schmutzwassermenge der zentralen und dezentralen Entsorgung betrug etwa 688 000 Kubikmeter. Das seien 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ursache des Rückgangs sei die verringerte Einleitung durch die Sonderkunden. Sie hätten 17,2 Prozent weniger Schmutzwasser entsorgt. Der Rückgang der Schmutzwassermenge fällt aber geringer aus als erwartet, wie Bert Dörre sagt.

Durch die Erhöhung der Mengengebühr ab Anfang 2015 auf 4,70 Euro pro Kubikmeter wurden die Erlöse in der Schmutzwasserentsorgung auf insgesamt 3 242 320 Euro und damit um mehr als 50 Prozent gesteigert.

Für die Rückzahlung der Anschlussbeiträge und für Investitionen wurde Ende des vergangenen Jahrs ein Kredit in Höhe von etwa acht Millionen Euro aufgenommen. 6,25 Millionen Euro wurden für die Rückzahlung verwendet, der Rest ist für Investitionen bestimmt.

Beiträge fast alle zurückgezahlt

"Die Rückzahlung der Schmutzwasseranschlussbeiträge ist fast abgeschlossen", sagt Bert Dörre. "Die Auszahlungen an die Grundstückseigentümer erfolgten fristgerecht zum 15. Dezember 2015." Einzelne Vorgänge würden sich in der Nachbearbeitung befinden. Grund seien Widersprüche oder verspätete Rückmeldungen durch Grundstückseigentümer.

Ende des vergangenen Jahres waren zehn Vollzeitbeschäftigte für die Stadtentwässerung tätig - vier für den Verwaltungsbereich und sechs für die Kläranlage sowie das Kanalnetz. Eine Mitarbeiterin ging im August 2015 in den Ruhestand. Die Stelle ist laut Werkleiter noch nicht wieder besetzt. Zwei Mitarbeiter seien zudem langzeiterkrankt. "Wir konnten unsere Aufgaben dennoch erfüllen", sagt Bert Dörre.

Marco Sell (CDU) honoriert das: "Man kann der SEL nur gratulieren, dass es so gut läuft." Wolfram Beck (Pro Lübben) schlägt in die gleiche Kerbe: "Die Stadtentwässerung ist ein gut funktionierender Eigenbetrieb der Stadt Lübben." Auch der Ausschussvorsitzende Benjamin Kaiser (CDU) freut sich über den Zwischenbericht: "So wie es aussieht, war 2015 ein gutes Jahr für die SEL."

Nur noch ein Bericht pro Jahr

Ob die positive Entwicklung in diesem Jahr so weiter geht, könne der Werkleiter noch nicht sagen. Bisher musste er zwei Mal jährlich dem Bürgermeister und dem Werksausschuss berichten. Jetzt beantragte er, auf den zweiten Halbjahresbericht zum Ende eines Jahres zu verzichten. Der Bericht binde unnötig Personal und verursache Kosten. Dabei würden zu diesem Zeitpunkt wichtige Kennzahlen noch nicht ausreichend genau vorliegen.

Die Mitglieder des Werksausschusses folgten der Argumentation. "Nur noch ein jährlicher Zwischenbericht macht Sinn", sagt Wolfram Beck. "Der Betrieb läuft doch gut." Der Leiter der SEL braucht künftig nur noch zum 30. Juni eines Jahres und bei erkennbaren wirtschaftlichen Risiken zu berichten. Dafür müssen die Stadtverordneten die entsprechende Satzung des Eigenbetriebs ändern.