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| 02:45 Uhr

Grundstückspreise steigen weiter

Lübben/Luckau. Der Bedarf an Flächen für Eigenheime wächst – auch in Lübben und Luckau. Die Verkaufserlöse sind stabil mit steigender Tendenz. Ingvil Schirling

Mehr als 450 Millionen Euro sind im Landkreis Dahme-Spreewald vergangenes Jahr mit Grundstücksverkäufen umgesetzt worden. Der satte Betrag kennzeichnet ein 20-Jahres-Hoch in der Entwicklung des Marktes. Der letzte Höchststand datiert aus dem Jahr 1996. Die gute Nachricht für Lübben, Luckau und den Unterspreewald: Auch im weiteren Umland der Metropole Berlin steigen die Preise, wenngleich deutlich moderater. Nur bis nach Heideblick und Lieberose reicht die Entwicklung nicht.

Die Statistiken aus dem vergangenen Jahr zeigen eines deutlich: Entlang der Verkehrs-Hauptschlagadern wie der Autobahn A13 und der Bahnlinie steigt sowohl die Zahl der Verkäufe als auch der Wert der Grundstücke. Ein Blick ins Detail zeigt: Es gibt bereits Räume wie zum Beispiel die Lübbener Innenstadt, in denen die Entwicklung so gut wie abgeschlossen ist. Davon profitieren Gebiete am Rand. So stieg beispielsweise der Durchschnittspreis für Grundstücke in Lübbener Baugebieten wie etwa an der Deichsiedlung vergangenes Jahr von 60 auf 65 Euro je Quadratmeter. In Luckau werden Spitzenwerte bis zu 45 Euro erreicht, was einer Steigerung von zehn bis zwölf Prozent entspricht. Zusammengetragen hat all diese Eckdaten Jürgen Kuse als Chef des Katasteramts in der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald und Vorsitzender des Gutachterausschusses.

Die Meldung, dass die Grundstückspreise im berlinnahen Raum von Dahme-Spreewald-Nord um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen sind (die LR berichtete), sorgte bereits für Furore. Doch Kuse ordnet auch ein, dass das Verhältnis im Vergleich zu anderen Metropolräumen im Süden Deutschlands, beispielsweise München, bei maximal eins zu fünf liegt. Der Unterschied ist nach wie vor eklatant.

Die positive Entwicklung entlang der Hauptverkehrsadern nach Berlin verdeutlicht auch dieser Vergleich: In Königs Wusterhausen wurden 150 Grundstücksverkäufe registriert, davon 50 in Zernsdorf und 45 in Zeesen, beides Vororte. Der Markt in der Stadt selbst erscheint also bereits gesättigt. In Bestensee waren es noch 70, im Schenkenländchen - Groß Köris, Teupitz - immerhin noch 50. Lübben landete bei der Zahl 40 an Grundstücksverkäufen. "Es gibt eine Konkurrenzsituation", schlussfolgert Kuse. Er sieht die Zahlen als Handlungsempfehlung für Politik und Verwaltung. Geht die Entwicklung so weiter, kann beispielsweise Lübben nur dann profitieren, wenn genug Bauflächen ausgewiesen sind - woran die Verwaltung im Moment arbeitet.

Kritisch sieht er den Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP). Dieser würde die Möglichkeiten für die Dörfer, eigene Bauflächen auszuweisen, enorm beschneiden. Davon ist beispielsweise der Unterspreewald betroffen, der direkt an die Hauptverkehrsadern angrenzt, jetzt schon allerdings eine Nachfrage an Baugrundstücken in gleicher Höhe wie die Stadt Luckau verzeichnen kann. "Damit würden die Gemeinden so stark reglementiert, dass sie keine Chance hätten, sich zu entwickeln", warnt Kuse.

Zum Thema:
In guten Wohnlagen bewegen sich die Preise in Lübben bei 65 Euro je Quadratmeter Bauland, in Luckau bei 40 Euro, im Unterspreewald bei 35 Euro inklusive der Golßener Region. Mit deutlichem Abstand folgen Lieberose/Oberspreewald (18 Euro), die Märkische Heide (15 Euro) sowie Heideblick (acht Euro) ab. Spitzenwerte erzielen Seegrundstücke in Zeuthen mit 350 Euro. Die Bodenrichtwerte im Überblick sind ab März unter einer neuen Internetadresse statt des jetzigen Brandenburgviewers zu finden: www.boris-brandenburg.de