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| 01:07 Uhr

Grundschüler gestalteten Märchenstunde für Kita-Kinder

LÜBBEN.. Dieses Erlebnis werden sie so schnell nicht vergessen. 17 Steppkes der Lübbener Awo-Integrationskita „Sonnenkinder“ machten sich am Mittwochmorgen auf zur 1. Grundschule. Märchenstunde stand dort für sie auf dem Plan. Zugleich schnupperten die Kita-Kinder ein bisschen Schulluft, denn bald werden sie dort lesen, schreiben und rechnen lernen. Von MIRJAM HECHT

Zunächst wurden die Kleinen allerdings von einigen Drittklässlern der Schule bestens unterhalten. „Hänsel und Gretel“ führten die Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Chor“ für die Jüngeren auf. Dabei traten zur Verwunderung der Kita-Kinder nicht nur Hänsel, Gretel, deren Eltern und die Hexe auf, sondern noch eine Menge anderer Figuren. Denn nichts Geringeres als die Märchenoper von Engelbert Humperdinck bildete die Grundlage für das kleine Laien-Schauspiel.
Die Vorschulkinder staunten, wie toll da gesungen, getanzt und musiziert wurde, wie Engel in zauberhaften Kostümen und sogar ein Tautropfen in Erscheinung traten. Die Kita-Knirpse präsentierten sich zugleich von ihrer besten Seite und bewiesen, dass sie eins schon jetzt nahezu perfekt beherrschen: stillsitzen und aufmerksam zuhören.
Die schließlich Pfefferkuchen knabbernden Hänsel (Laura Knopf) und Gretel (Laura Schulz) bewiesen bei dem anspruchsvollen Stück erstaunliche Textsicherheit. Und die Hexe (Frieda Pickart), die auf ihrem Besen wild durch die liebevoll bemalten Kulissen ritt, zauberte ein herzliches Lachen auf die Gesichter der Kinder. Mit donnerndem Applaus quittierten die Kleinen letztlich das Märchenspiel der Drittklässler.
Immerhin drei Monate hatten die „Großen“ damit zugebracht, dafür zu proben. Schon einige Male sei es zur Aufführung gekommen, erzählte Musiklehrerin Simone Hoffmann. Sie zeigte sich ebenso begeistert davon, wie lieb die Kita-Kinder waren, wie deren Erzieherin Marlies Radenz. „Jetzt können sie zu Hause erzählen, wie toll es in der Schule war“ , sagte Letztere. „Sie freuen sich ohnehin schon sehr darauf.“ Eine kurze Ver schnaufpause gönnten sich die Laiendarsteller an diesem Morgen, bevor auch schon die nächsten „Sonnenkinder“ zur Märchenstunde auf der Matte standen. Denn der Schulbesuch der Kita-Kinder sollte ganz und gar nicht den Charakter einer einmaligen Aktion haben. „Wir wollen die Verbindung zum Awo-Kindergarten verbessern und solche Veranstaltungen zur Tradition werden lassen“ , erzählte Lehrerin Ramona Schulze. So erfreute sich bereits im vorigen Jahr eine Vorschulgruppe an den Bremer Stadtmusikanten, die Einzug in die Grundschule gehalten hatten.
Diese Zusammenarbeit erfreut auch Kita-Erzieherin Marlies Ra denz, die vorausblickt: „Wir werden mit den Kindern auch künftig mehrmals hergehen, am Unterricht teilnehmen und so die Freude auf die Schulzeit wecken.“ Bis die Kleinen sich tatsächlich mit dem Ranzen in die Gartengasse aufmachen, ist jedoch noch ein wenig Zeit. Denn bis zum Sommer können sie noch in der Kita spielen und toben.
Grundschul-Lehrerin Simone Hoff mann hat dem Nachwuchs dennoch schon einmal die Scheu vor der Schule genommen: „Das ist hier nicht anders als im Kindergarten, nur viel größer.“