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| 10:19 Uhr

Groß Wasserburg auf Zeitreise

Schönwalde.. Groß Wasserburg befindet sich auf großer Zeitreise. Schuld daran ist Heinz Witzsch. Er kümmert sich seit 1975 um die Chronik des Ortes, "damals der ersten im Altkreis Lübben". D Ergebnis seiner Recherchen machte Groß Wasserburg älter, als zunächst angenommen. Bei 450 Jahren ist Witzsch inzwischen angekommen. "Nicht so alt wie die 1 000-jährigen Dörfer, aber dennoch kein Pappenstil", sagte Carsten Saß. (as)

Der Amtsdirektor im Amt Unterspreewald eröffnete am Dienstag eine Ausstellung im Schönwalder Verwaltungsgebäude. Zu sehen sind historische Fotos, die Heinz Witzsch gesichtet, aufgearbeit und chronologisch geordnet hat. Er präsentiert damit ein Stück Heimatgeschichte seines Ortes.
Gut möglich, dass die schon bald wieder ergänzt werden muss. Carsten Saß hatte es angedeutet: "450 Jahre – wenn es dabei bleibt." Wohl eher nicht. "Wenn uns der Nachweis gelingt, ist Groß Wasserburg noch zehn Jahre älter", sagte Witzsch. "Wir haben in einem Wiener Archiv entsprechende Urkunden ausgegraben." Das Engagement erkannte der Amtsdirektor an, sagte aber schmunzelnd: "Ich hoffe, dass sie nicht für das nächste Jahr ein Jubiläum ,ausgraben’. 2005 feiert Schönwalde seine 660. Ersterwähnung."
Jetzt ist dort Groß Wasserburg in Bildern präsent. Heinz Witzsch hat seine Ausstellung in mehrere Themen eingeteilt. Im Erdgeschoss hängen Fotos, auf denen gearbeitet wird, etwa bei der Dorferneuerung und in der Landwirtschaft. Die Bilder in der ersten Etage erzählen von Feierlichkeiten in Groß Wasserburg. "Von der Anordnung der Fotos bitte keine Rückschlüsse auf die Arbeit in der Amtsverwaltung ziehen", verwies Carsten Saß darauf, dass unten das Bauamt sitzt und er oben.
In Bildern dargestellt sind auch Ereignisse wie Zampern und Dorffeste, Entwicklung der Schule und der Freiwilligen Feuerwehr beispielsweise, auch von Handel und Gewerbe in Groß Wasserburg ist was zu sehen. "Es ist gut und richtig, dass diese Zeitzeugnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden", sagte Carsten Saß. Er würdigte, dass die regionale Wirtschaft des Ortes die Ausstellung unterstützt. Der Amtsdirektor hofft, dass auch in anderen Dörfern seines Amtes ähnliche Aktivitäten entwickelt werden.
"Platz zur Präsentation haben wir im Amtsgebäude genug", sagte er. Heinz Witzsch nutzt ihn gerade. Seit etwa zehn Jahren steht er in engem Kontakt mit den Nachfahren der einstigen Krausnick-Groß Wasserburger Besitzer von Langen, die heute in Franken leben.
Wie sehr die Bürger an Heimatgeschichte interessiert sind, machte Witzsch deutlich. "Unsere Ortschronik war in kurzer Zeit vergriffen." Auch Erika Menze "brennt" für ihren Ort. Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag trug sie Gedichte in Mundart vor und Lieder.
Bis Ende November ist die Ausstellung von Heinz Witzsch im Schönwalder Amtsgebäude noch zu sehen. Für die Wintermonate werden nun noch farbenfrohe Exponate gesucht.