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Gröditscher haben der Opfer beider Weltkriege gedacht

Gröditsch.. Mehr als 50 Gröditscher haben am Volkstrauertag ihrer gefallenen Angehörigen und der Millionen Toter beider Weltkriege gedacht. 2005 sei ein besonderes Jahr, 60 Jahre nach Kriegsende, hob Diakon Alois Klein in seiner Gedenkansprache hervor.

Zusammen mit Ortsbürgermeister Jürgen Nowigk hatte er zur jährlichen Andacht in den Dorfpark eingeladen.
"Warum treffen wir uns hier nach drei Generationen immer noch zum Gedenken?", fragte Klein. „Krieg ist noch heute allgegenwärtig“ , bringe auf der Welt Zerstörung und vielen Menschen den Tod, antwortete er selbst.
Der Diakon umriss die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges, ging auf den 13. Fe bruar in Dresden und die Kesselschlacht bei Halbe ein. Es seien Stationen der Odyssee Millionen Vertriebener gewesen, sagte er. Sie seien bis zur deutschen Kapitulation von Rotarmisten verfolgt worden.
"Der Toten gedenken, der 55 Millionen Toten beider großen Kriege", sagte Alois Klein weiter. Das sei eine unvorstellbare Menschenmenge, die "von den Alpen bis zur Ostsee" reiche.
Klein ging auch auf die Veränderungen ein, die es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Die erloschene deutsch-französische Erzfeindschaft, das neue und positive Verhältnis zu Polen, Europas Grenzabbau oder der Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche waren einige der von ihm benannten Punkte.
"Nicht Ruin und Zerstörung sind das Ende, sondern Aufbau und Neubeginn", sagte Alois Klein. Mit Blick auf eine Milliarde hungernder Menschen dieser Erde mahnte er: "Wenn wir heute nicht teilen, werden sie morgen kommen und es sich holen." Anschließend legten die Mitglieder des Ortsbeirates am Kriegerdenkmal, das erst vor 15 Jahren eingeweiht worden war, Kränze nieder.
"Ave Verum" - wo ist die Wahrheit, fragte das ehemals zur Kreismusikschule Lübben gehörende Gesangsquartett junger Frauen. Unter Leitung der Gröditscherin Maria Rößner bereicherte es mit seinem Gesang die Veranstaltung.
"Ich hatte einen Kameraden", intonierte die Bläsergruppe Gröditsch. Sie ist seit zehn Jahren regelmäßig bei der Gedenkveranstaltung dabei. Ihr Beitrag löste besonders bei den älteren Gemeindemitgliedern Emotionen aus.
Doch das Bewusstsein für Gedenkveranstaltungen ist offenbar nicht bei allen vorhanden. Lärmende Jugendliche mit Skateboards störten die Feier. (jgk/km)