Der Farbwechsel hat für Goyatz große Bedeutung. "Die roten Info-Schilder sind Bedingung, damit wir unseren Status als anerkannter Erholungsort erhalten", sagt Ortsbürgermeister Hellmut Trunschke. Seit 1998 führt Goyatz diese Zusatzbezeichnung als einziger Ortsteil der Gemeinde Schwielochsee. Regelmäßig wird kontrolliert, ob der Status noch gegeben ist. "Jetzt wird von uns verlangt, dass wir unser Wegeleitsystem farblich anpassen", sagt Trunsch ke, der auch Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee ist.
Doch Goyatz bekommt Gegenwind. "Nicht alle Ortsteile der Gemeinde Schwielochsee sehen Goyatz als Zentrum. Sie erkennen den besonderen Status und die damit verbundene Bedeutung auch für ihren Ortsteil nicht an", sagt Trunschke. Deshalb wird gegenwärtig um das Auswechseln der Info-Schilder in der Gemeinde gestritten. Mehr als 100 000 Euro soll die Investition in das neue Wegeleitsystem kosten.
Gestern Abend hatte die Gemeindevertretung Schwielochsee das Thema auf dem Tisch (die RUNDSCHAU wird berichten). Um die Entscheidung bangt Trunschke, auch wenn er keine Alternative zum Status Erholungsort sieht: "Nur so können wir erfolgreich werben und unser Image weiter aufpolieren." Er will auch künftig "Tourismus auf hohem Niveau".
Eine weitere Bedingung, den Status Erholungsort zu halten, hat Goyatz vor etwa sechs Wochen erfüllt. Im ehemaligen Schulgebäude in der Ortsmitte ist ein „Haus des Gastes“ eingerichtet worden, das ganzjährig besetzt sein muss. Täglich von 10 bis 18 Uhr ist es geöffnet. Vier Mitarbeiter beraten die Touristen. "Obwohl noch keine Hochsaison ist, läuft der Service gut an", sagt Touristenberaterin Peggy Unfug. "Täglich informieren sich mehr Gäste bei uns, etwa zu Unterkünften oder Freizeitangeboten." Der Kartenservice für viele Veranstaltungen wird auch von Einheimischen genutzt. Außerdem werden im „Haus des Gastes“ allerlei Souvenirs angeboten.
Mit diesen Voraussetzungen baut Bürgermeister Hellmut Trunschke weiterhin auf Tourismus "als unsere Nummer eins in der Region und einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor". Dazu komme eine insgesamt recht gute Infrastruktur, zu der neben den Pensionen mehr als 30 Handwerker und ungezählte weitere Gewerbebetriebe gehören. Goyatz hat eine Kita zu bieten, eine Schule, einen Arzt, eine Physiotherapie und ein Fitness-Center. Die Goyatzer sind stolz auf drei Museen, die Tankstelle zu Wasser und zu Land, auf Einkaufsmöglichkeiten, eine Post und die Sportstätten. "Diese Struktur können wir nur erhalten, wenn wir Erholungsort bleiben", sagt Trunschke.