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| 17:34 Uhr

Schwielochsee-Konferenz
Wenn die Sonnenfalle zuschnappt: Wie Goyatz sich entwickeln will

 Jana Lopper (TEG), Thomas Hähle (Friedland), Annett Joppich (Amt Lieberose/Oberspreewald), Karola Borchert (TMB) und Rainer Hilgenfeldt (Gemeinde Schwielochsee) bei der Schwielochsee-Konferenz in Goyatz. Im Gasthaus Hafenterrassen direkt am See stand die Entwicklungskonzeption für den Erholungsort im Vordergrund.
Jana Lopper (TEG), Thomas Hähle (Friedland), Annett Joppich (Amt Lieberose/Oberspreewald), Karola Borchert (TMB) und Rainer Hilgenfeldt (Gemeinde Schwielochsee) bei der Schwielochsee-Konferenz in Goyatz. Im Gasthaus Hafenterrassen direkt am See stand die Entwicklungskonzeption für den Erholungsort im Vordergrund. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Goyatz. Mit einem Entwicklungskonzept stellt sich Goyatz für mehr Gäste auf. Bauliche Veränderungen, eine enge Zusammenarbeit in der Region und einladende Ruhepunkte sind Kernpunkte. Doch was wird aus der Fahrgastschifffahrt? Von Ingvil Schirling

Als Jana Lopper mit ihrer Präsentation zu Ende war, dürften den Gästen im Gasthaus Hafenterrassen die Ohren geraucht haben. Die Vorstellung der Erholungsort-Konzeption für Goyatz war umfangreicher und intensiver Kernpunkt der Schwielochsee-Konferenz am Mittwoch in dem zum modernen Gasthaus umgebauten ehemaligen Speicher mit Seeblick.

Touristische Anbieter, Ferienwohnungs-Betreiber und andere Leistungsträger wurden daran erinnert: Dank vieler engagierter Helfer und Einwohner war es der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft (TEG) Lieberose-Oberspreewald, deren Geschäftsführerin Jana Lopper ist, und der Amtsverwaltung gelungen, das Ruder herumzureißen. Im Raum stand vergangenen Herbst die Aberkennung des Erholungsort-Status von Goyatz, als die Kommission zur Überprüfung anreiste. „Statt dessen musste sie feststellen: Ihr seid nicht nur gut, ihr seid sehr gut“, fasst Jana Lopper den aktuellen Ausgangspunkt der Weiterentwicklung zusammen. Sie und ihre Mitstreiter ließen es aber dabei nicht bewenden. Mit der geforderten, fast 150-seitigen Ist-Analyse war es auch längst nicht getan.

Qualität als wichtiger Schlüssel

Auch nicht mit den Meilensteinen der vergangenen Jahre, seitdem Goyatz den Erholungsort-Status 1998 erhalten und 2008 verteidigt hatte: der TEG-Gründung als zentraler Steuerung der touristischen Entwicklung sowie dem quantitativen und qualitativen Sprung beim Bettenangebot. Oder dem „wichtigen Schlüssel“, wie Jana Lopper einschätzte: der Zertifizierung als Qualitätsregion. Die Kommission forderte mehr. Was davon bereits umgesetzt ist und was noch kommen soll, hält die Entwicklungskonzeption für den Erholungsort Goyatz nun fest. Darin wird eine Sorge offen angesprochen: die Fahrgastschifffahrt. „Dass deren Sicherung ein wichtiges Thema ist, haben wir schmerzlich erfahren“, sagte Jana Lopper. Kapitän Manfred Wiedemann erkrankte vor längerer Zeit, und damit dümpelten die weißen Dampfer auf dem Schwielochsee eine Weile fest vertäut an ihren Stegen auf und ab. Viele Anfragen liefen bei der TEG ein, die die Gäste mit Alternativ-Angeboten trösten musste. Dann meldete sich Wiedemann zurück, doch klar war: „Da müssen wir was machen.“

 Sortiert und auf den Punkt gebracht wird das ganze Potenzial der Erholungsregion Schwielochsee in dieser Grafik.
Sortiert und auf den Punkt gebracht wird das ganze Potenzial der Erholungsregion Schwielochsee in dieser Grafik. FOTO: Aktualisierte Erholungsortentwicklungskonzeption für den „Staatlich anerkannten Erholungsort“ Goyatz , Tourismus - Entwicklungsgesellschaft mbH

Neues Wasserfahrzeug

Nun sind Fördermittel beantragt, um unter anderem mit einem neuen Wasserfahrzeug die Schifffahrten langfristig zu sichern. „Manfred Wiedemann hat uns bei dem Thema gut unterstützt“, sagt Jana Lopper. Bewilligt sind die Mittel noch nicht, der Hauptantrag läuft erst. Klarheit wird für Anfang Mai erwartet.

Die beliebten Dampferfahrten greifen in einen anderen Aspekt der Konzeption: den Goyatzer Hafen. Dort sollen die Schiffe künftig ablegen. Ein Vier-Sterne-Apartmentgebäude im maritimen Bootshausstil könnte neben den Vereinsräumen des Seeesport- und Yachtclubs entstehen, mit dem eine enge Zusammenarbeit gewachsen sei, so die Geschäftsführerin. Das neue Haus würde die Bettenzahl weiter erhöhen – eine mit dem Status Erholungsort nach wie vor verbundene Forderung.

Seebühne und Sonnenfalle

Aufwerten sollen den Ort schließlich eine Seebühne am Dorfstrand, ein ausleihbarer Abenteuerrucksack für den Leichhardt-Trail, benannt nach dem in der Region geborenen Australien-Erkunder Ludwig-Leichhardt, und so genannte Sonnenfallen: Massive und ergonomisch geschwungene Liegen, die Gäste und Einwohner zum Ausruhen einladen.

Die großen Vorhaben und die charmanten Zusätze hängen entscheidend von der Zusammenarbeit der Beteiligten ab, wurde bei der Schwielochsee-Konferenz deutlich. Mit der Stadt Friedland sei diese in den vergangenen vier Jahren sehr intensiv, unterstrich deren Bürgermeister Thomas Hähle. Er beglückwünschte die TEG zu ihrem Konzept und wünschte, „dass es funktioniert“.