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| 13:23 Uhr

Gemeindevertretersitzung
Gezerre um Straßenleuchtenin Pretschen

Groß Leuthen. (asd) Die Straßenbeleuchtung in Pretschen (Märkische Heide) soll teilweise erneuert werden. Geld ist da, die Planung längst gemacht. Doch der Auftrag konnte bisher nicht erteilt werden. Ortsbeirat und Anwohner haben sich nicht auf einen Leuchtentyp geeinigt. Von Andreas Staindl

„Das ist nicht hilfreich und bindet viel Kraft und Zeit“, sagt Annette Feige. „Über keine anderen Lampen wird so viel und lange diskutiert wie die in Pretschen.“ Die Bauamtsleiterin wollte deshalb eine Entscheidung. Weil diese aus dem Ort nicht kam, mussten die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung entscheiden. Sie votierten mit sechs Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen schließlich für den Leuchtentyp „Sarah II“.

Lampen dieses Typs gibt es schon in Pretschen. Auch der Ortsbeirat hatte sich dafür ausgesprochen und das gegenüber der Verwaltung mit einer Stellungnahme am 21. November auch deutlich gemacht. Begründet wurde das mit einer besseren Ausleuchtung des Kreuzungsbereichs.

Dennoch gab es noch eine zweite Befragung der Anwohner. Sarah Luther, die für die CDU in der Gemeindevertretung sitzt, und Kerstin Maaß haben diese Einwohnerbefragung durchgeführt. Im Ergebnis hätten sich von 24 befragten Anwohnern 18 für den kostengünstigeren Leuchtentyp „Teceo“, eine Industrieleuchte, ausgesprochen, die etwa 130 Euro pro Stück weniger kostet als die „Sarah II“.

Dass es überhaupt eine zweite Befragung gab, ärgert Veronika Birnack (Initiative Zukunft), Mitglied in Gemeindevertretung und Ortsvorsteherin in Pretschen. Aus der Verwaltung hieß es dazu, dass ihre Stellungnahme nicht bindend sei, weil der Ortsbeirat derzeit nicht beschlussfähig ist, zudem zahlreiche Anwohner wegen Abwesenheit nicht befragt worden seien.

Veronika Birnack wirft Sarah Luther vor, die Anwohner der betroffenen Straßen „umgestimmt“ zu haben. Fred Nimtz (Pro Märkische Heide) stimmt es „traurig, dass es das Dorf nicht schafft, sich auf eine Lösung zu verständigen. Dass jetzt  die Gemeindevertreter entscheiden sollen, ist für mich totaler Quatsch.“ Der Gemeindevertreter, der selbst einen Elektromeisterbetrieb führt, bricht dann auch eine Lanze für die technische Lampe. „Sie ist nicht schlecht, wenn es um die Ausleuchtung von Straße und Gehweg geht. Und, man muss nicht einen einheitlichen Leuchtentyp im ganzen Ort haben.“

Bernd Lehmann (SPD) schlägt in die gleiche Kerbe. „Etwas Besseres als die technische Lampe gibt es gar nicht. Zum Wohl der Gemeinde müssten wir für diesen Typ stimmen, weil es einfach die billigere Variante ist.“ Sylvia Lehmann (SPD) ist skeptisch: „Die technischen Lampen passen nicht zum Dorfbild in Pretschen.“ Ihr Fraktionskollege Horst Möbus drückt es noch deutlicher aus: „Pretschen ist ein historisches Dorf. Was wollen wir da mit technischen Lampen? Die gehören in ein Industriegebiet.“

Seine Position fand schließlich Zustimmung unter den Gemeindevertretern. Die Verwaltung wurde beauftragt, insgesamt 14 Straßenleuchten vom Typ „Sarah II“ für 706,86 Euro pro Stück für den Ort zu bestellen.