Sei Anfang des Monats schieben und baggern Baufahrzeuge auf einer Wiese vor der Ortslage Schlepzig. Aus dem Sand, der unter der fruchtbaren Mutterbodenschicht liegt, wird ein großes Becken geformt. Bagger planieren die Böschungen.

Hauptspree wird entschlammt

In dieses Becken soll in den nächsten Wochen Spreeschlamm aus der wenige Meter entfernt vorbei fließenden Hauptspree transportiert werden. Wie Maik Hoffrichter, Techniker beim Wasser- und Bodenverband erläutert, wird der abgesetzte Sand am Grund der Spree von einem Spezialfahrzeug angesaugt und per Druckleitung bis in das Becken gespült. Dort kann das Wasser an einem Überlauf zurück in die Spree fließen. Der Sand dagegen setzt sich ab, trocknet und wird schließlich abtransportiert.

Hauptspree bei Schleipzig verlandet

Nötig ist diese Maßnahme, weil die Hauptspree vor Schlepzig in den zurückliegenden Jahrzehnten verlandet ist. „Aktuell ist der Fluss dort 50 Zentimeter tief“, so Hoffrichter. Normal seien 80 bis 100 Zentimeter. Entschlammt wird ein etwa 160 Meter langer Abschnitt der Spree. Erwartet werden rund 500 Kubikmeter Sand, der aus dem Fluss entnommen wird. Schon vor Weihnachten soll das Spülen beendet sein. Bis zum Frühjahr werde auch der Sand entsorgt, das Becken eingeebnet und der Mutterboden wieder aufgebracht sein. Dann wäre an dieser Stelle wieder Wiese.

Im Unterspreewald ist diese Maßnahme bei Schlepzig bisher die einzige, seit das Programm vor etwa eineinhalb Jahren angeschoben wurde, erläutert Wolfgang Haas, der beim Landesamt für Umwelt für den Spreewald verantwortliche Bereichsingenieur. Möglich wurde es, weil das Land Brandenburg zusätzliche Mittel für die Gewässerunterhaltung bereitgestellt hat. Andere Maßnahmen haben im Oberspreewald stattgefunden, wobei dort eher Schlamm als Sand vom Grund der Spree entfernt werden.

Sandplomben werden bei Hochwasser zum Problem

„Es geht dabei nicht um eine Vertiefung des Flusses“, betont Haas. „Entfernt werden sogenannte Sandplomben.“ Im Fall eines Hochwassers verlangsamen diese flachen Stellen den Abfluss des Wassers. Die Folge sei ein Rückstau, so Haas. Bei den Hochwässern in den Jahren 2010 und 2013 habe sich diese Engstelle bei Schlepzig bemerkbar gemacht. Grundsätzlich sind die Ablagerungen die Folge eines natürlichen Prozesses. Jeder Fluss transportiert Sediment, dass sich je nach Größe an unterschiedlichen Stellen wieder absetzt.