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INA-Naturausstellung
INA GmbH notariell unterzeichnet

Mit den Unterschriften vor dem Notar ist die Gründung der INA-GmbH seit dieser Woche offiziell vollzogen. Auf dem Bild sind die Vertreter der sechs Gesellschafter (v.l.) Stephan Loge (Landrat LDS), Maria Schenk (Gemeinde Schenkendöbern), der vorläufige Geschäftsführer Heiko Jahn (LDS), Elvira Hölzner (Amtsdirektorin Peitz), Olaf Lalk (Beigeordneter Spree-Neiße), Bernd Boschan (Amtsdirektor Lieberose/Oberspreewald) sowie Andreas Meißner (Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften).
Mit den Unterschriften vor dem Notar ist die Gründung der INA-GmbH seit dieser Woche offiziell vollzogen. Auf dem Bild sind die Vertreter der sechs Gesellschafter (v.l.) Stephan Loge (Landrat LDS), Maria Schenk (Gemeinde Schenkendöbern), der vorläufige Geschäftsführer Heiko Jahn (LDS), Elvira Hölzner (Amtsdirektorin Peitz), Olaf Lalk (Beigeordneter Spree-Neiße), Bernd Boschan (Amtsdirektor Lieberose/Oberspreewald) sowie Andreas Meißner (Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften). FOTO: Ingvil Schirling / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübben/Lieberose. Anträge können jetzt offiziell gestellt werden. Heiko Jahn ist als Geschäftsführer eingesetzt. Von Ingvil Schirling

Mit der Unterzeichnung der sechs Gesellschafter vor der Lübbener Notarin ist die Gründung der INA GmbH seit dieser Woche offiziell. Die Internationale Naturausstellung in Lieberose hat einen äußerst wichtigen Meilenstein genommen. Jetzt können die Fördermittel im Umfang von rund vier Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz beantragt werden. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg wird wie vereinbart den Eigenanteil übernehmen, voraussichtlich gemeinsam mit Partnern, wie Geschäftsführer Andreas Meißner auf LR-Nachfrage bestätigte.

Die Freude über diesen bedeutsamen Schritt war den sechs Beteiligten durchaus anzumerken, als sie sich nach der Unterzeichnung und dem Mittagessen zur ersten Gesellschafterversammlung in der Landstube des Lübbener Landratsamts trafen. „Heute ist ein besonderer Tag“, sagte Elvira Hölzner, Amtsdirektorin von Peitz. „Es ist gelungen, die INA Lieberoser Heide GmbH zu gründen.“ Dieser Satz wird vor dem Hintergrund bedeutsam, dass um das Naturschutz-Großprojekt zur Entwicklung des ehemaligen Militärgebiets im strukturschwachen Raum zwischen Lieberose, Peitz, Schenkendöbern und dem Schwielochsee hart gerungen worden war. Insbesondere die Landesregierung Brandenburgs, die eigentlich den Eigenanteil beisteuern müsste, stellte sich quer - anders als der Landtag, der dem Vorhaben mit klarem Votum kräftigen Rückenwind gegeben hat.

Die Grundidee stammt von Einwohnern des Gebietes selbst und wurde ab dem Jahr 2008 von den Kommunen, die Flächen auf dem früheren Militärgebiet besitzen, weiterentwickelt. Diese bewiesen dabei einen langen Atem, was mehrere Gesellschafter würdigten. Elvira Hölzner formulierte es so: „Es ist ein schönes Beispiel, wie man kommunen- und kreisübergreifend zusammenarbeiten kann.“

Maria Schenk aus Schenkendöbern vertrat als Stellvertreterin den Bürgermeister. Die Gemeinde trat der INA GmbH letztlich mit einem starken Mehrheitsbeschluss bei, doch die zögerliche Haltung der Landesregierung hatte dort ebenso wie im Landkreis Spree-Neiße für Diskussionen gesorgt. Maria Schenk bedankte sich ausdrücklich bei Bernd Boschan. Der Amtsdirektor Lieberose/Oberspreewald sei „viel vor Ort dabei gewesen“ und habe dazu beigetragen, die Akteure zu überzeugen.

Olaf Lalk, Beigeordneter in der Landkreis-Verwaltung Spree-Neiße, erinnerte daran, dass die Lieberoser Heide eines der größten unzerschnittenen Gebiete Deutschlands ist, „und wir seit 1990 diskutieren, was man aus diesem munitionsbelasteten, einmaligen Naturraum machen kann.“ Im Rahmen der INA sollen nach jetziger Planung zahlreiche große und kleine Projekte in Themenfeldern wie Tourismus, Forschung, Wirtschaft, Energie und internationale Zusammenarbeit umgesetzt werden. Olaf Lalk nannte aus dieser Fülle an Ansätzen, aus denen teils schon Projekte hervorgegangen und umgesetzt, teils in Vorbereitung und teils erste Ideen sind, zwei wichtige, die ihm besonders am Herzen liegen: den Radverbindungsweg Freilack - Turnow und die Zugänglichkeit des Schlosses Lieberose für Besucher. Auch für ihn war die Unterzeichung des Gesellschaftervertrages ein besonderer Anlass: „Da vergisst man all die Stunden, in denen man nicht gerade auf offene Ohren gestoßen ist.“

Dahme-Spreewalds Landrat Stephan Loge wurde in der Sitzung zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung gewählt. Er stellte die Chance heraus, dass mit der INA „Naturästhetik und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang gebracht werden können“ und bekannte: „Ich liebe das Projekt auch sehr.“ Bis ein Geschäftsführer gefunden ist - die Ausschreibung läuft zurzeit - übernimmt Heiko Jahn die Aufgabe. Zusätzlich zu seinen anderen Funktionen in der Kreisverwaltung, wo er den Geschäftsbereich des Landrats leitet sowie kommissarisch das Kreisentwicklungsamt.

Bernd Boschan dankte allen Akteuren, die die Entwicklung der INA über die lange Zeit begleitet haben, für ihre Beharrlichkeit und Ausdauer, „zu dieser Sache gemeinsam zu stehen“. Allein bis zu diesem Punkt seien gemeinsam 240 000 Euro aufgebracht worden. „An dieser Zahl kann man die Ernsthaftigkeit und den Willen ebenso deutlich machen.“ Der INA wünschte er eine ebenso konsequente und ausdauernde Umsetzung. Andreas Meißner von der Stiftung Naturlandschaften schließlich sagte, die INA stehe für die einmalige Verbindung von Wildnis- und Regionalentwicklung sowie Naturschutz.

„Für uns als Eigentümer vieler Flächen ist das eine einmalige Chance, Wildnis zu entwickeln und für den Naturschutzgedanken zu werben“, sagte Andres Meißner.