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| 01:07 Uhr

Geschichte und Geschichten

Polonaise unterm Mühlensteert. Während das Ensemble Polonaise Berlin aufspielte, tanzte die Festgesellschaft eine Polonaise auf dem Gelände. Schnell ein paar Schritte gezeigt, und los ging‘s. Gäste wie Gastgeber, das „Müllerspaar“ Eckart und Reglinde Kindel, hatten dabei ihren Spaß.
Polonaise unterm Mühlensteert. Während das Ensemble Polonaise Berlin aufspielte, tanzte die Festgesellschaft eine Polonaise auf dem Gelände. Schnell ein paar Schritte gezeigt, und los ging‘s. Gäste wie Gastgeber, das „Müllerspaar“ Eckart und Reglinde Kindel, hatten dabei ihren Spaß. FOTO: Foto: I. Schirling
Hohenbrück.. Auf Holzpantinen und mit Müllermütze stakste Eckart Kindel durch den offiziellen Teil des Festes zum 250. Geburtstag der Hohenbrücker Bockwindmühle, die in Privatbesitz restauriert wurde und als Wohnmühle genutzt wird. Foto: I. Schirling

Reglinde Kindel gab in einem umgenähten Dirndl die Müllerin dazu. Beide hatten zum Jubiläum und aus anderen Anlässen rund 50 Gäste eingeladen. Dem offiziellen Eröffnungsteil folgten Spiele, Spaziergänge, Gespräche oder eine Führung durch den benachbarten Biohof. Schließlich erwarteten die Gäste ein Essen nach Rezepten des Berlin-Brandenburgischen Kochbuchs von 1723, nach denen schon damals der Mittelstand, zu dem auch die Müller gehörten, aß, und ein Feuerwerk.
Musik und Literatur hatten die Kindels zur Eröffnung zusammengetragen, die sich zum einen am Thema Friedrichs des Großen anlehnten. Dieser spielt für die Mühlengeschichte eine besondere Rolle, gebe es doch das Gerücht, er habe einen der Müller selbst eingesetzt. Dieses Gerücht trat beim Sichten von Archivmaterial zur Mühle zu Tage. Zum anderen ging es um den Müller und seinen Stand in Texten von Johann Peter Hebel und Wilhelm Busch, die zum Schmunzeln anregten.
Besonders freuten sich „Müller“ und „Müllerin“ über Monika Gourdet, die Ururenkelin von Johann Strand, der die Hohenbrücker Mühle 1814 übernahm und 1830 an seine Witwe vererbte. Der Kontakt kam über einen Artikel in einer Berliner Zeitung zustande, in dem frühere Mühlenbesitzer aufgeführt waren. Da Monika Gourdet ihre Familiengeschichte kannte, noch aus ihrer Kindheit wusste, dass die Hohenbrücker Mühle ihren Vorfahren gehört hatte und von ihr ein Ölgemälde besitzt, identifizierte sie den ehemaligen Familienbesitz und nahm Kontakt mit Eckart Kindel auf. Ihren Besuch in Hohenbrück nutzte sie, um noch mehr über die Familiengeschichte zu erfahren, denn „ich finde, die Wurzeln gehören mit zum Leben“ . (is)