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| 01:34 Uhr

Gesangsübungen im Gymnasium

Lübben. Vom Profi lernen: Bariton Michael Zumpe bereitet 20 Musikschüler im Lübbener Gymnasium auf das Sonntags-Konzert in der Paul-Gerhardt-Kirche vor. Von Michael Schulz

Der Pausenhof ist leer gefegt, niemand in den Gängen des Altbaus zu erblicken. Das Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasium liegt im Ferienschlaf. Dennoch: Aus der Aula erklingt Musik. Bariton Michael Zumpe sitzt am Klavier und spielt einige Takte des Liedes „Rain in May“. 20 Jugendliche und junge Erwachsene stimmen mit ihrem Gesang ein.

Es laufen die Proben für das Konzert in der Paul-Gerhardt-Kirche am Sonntag. Im Rahmen eines einwöchigen Workshops wird den Schülern der Senftenberger Musikschule Fröhlich von Profis Gesangsunterricht gegeben. Michael Zumpe veranstaltet den Workshop gemeinsam mit der Musikschule. Dafür holte er sich Verstärkung von jungen Musikern: Pianist Marcel Rose, Musik-Studentin Josephine Lopp und Sängerin Christiane Kapelle geben ihr Wissen weiter.

Christiane Kapelle hört den Musikschülern beim Singen gespannt zu. Dann gibt sie Tipps: An welchen Stellen die Sänger ein- und ausatmen sollen, ohne dass es dem Zuhörer auffällt, oder welche Wörter besonders betont werden müssen. Zudem ist das Lied, welches geprobt wird, in Englisch verfasst. Hier muss sie mit den Musikschülern die genaue Aussprache klären.

Drei Lieder werden an diesem Vormittag gemeinsam durchgegangen. Danach werde einzeln gesungen, so Zumpe. „Viele der Musikschüler haben bereits Gesangserfahrung im großen Chor oder gar im Orchester gesammelt“, sagt er. „Doch diesmal wird es nur eine kleine Gruppe sein, die beim Konzert am Sonntag singt.“ Da könne sich nicht hinter die Leistung anderer zurückgezogen werden. „Der Hörer würde einzelne Ausrutscher genau mitbekommen.“ Dies sei eine besondere Herausforderung.

Aber auch das Lampenfieber sei nicht zu unterschätzen. Zumpe: „Damit umgehen zu lernen, auch einmal im Mittelpunkt zu stehen, hilft über die Musik hinaus. Auch in der Schule, an der Universität oder im Berufsleben wird man damit konfrontiert.“ Und auch die Atemtechnik, die man als Sänger vermittelt bekomme, könne gut im Alltag gebraucht werden, zum Beispiel zum Stressabbau.

Von Lampenfieber berichten auch die Musikschüler Sven (20) und Bianca (19). Beide spielen eigentlich hauptsächlich Akkordeon. Als Sänger auf der Bühne zu stehen, wird für sie eine neue Erfahrung sein. Sven: „Da muss man einfach durch. Zu singen macht ja in erster Linie Spaß, und der Auftritt gehört halt mit dazu.“ Bianca sagt, es gefalle ihr, an der Stimme zu arbeiten: „Der Workshop hilft mir dabei weiter. Und Profis bei der Arbeit zu erleben, ist natürlich unschätzbar.“

Jeder Tag des Workshops beginnt um 10 Uhr mit Gesangsübungen zum Aufwärmen. Danach wird bis etwa 18 Uhr geprobt. „Wegen des Hinarbeitens auf das Abschlusskonzert liegt der Schwerpunkt klar auf Gesang“, sagt Michael Zumpe. „Aber bei Interesse geben wir auch Einblick in Chorleitung und Kompositionsmethoden.“