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| 02:56 Uhr

Gepflegt, poliert, verehrt mit spritzigem Eindruck

Immer wieder zog es Gratulanten zur hundertjährigen Handdruckspritze, um zu fachsimpeln. Hier sind es Gerhard Pfennig, Calaus Bürgermeister Werner Suchner, Ortswehrführer Alexander Schilmann, Fritz Marose und Horst Senftleben (v.l.).
Immer wieder zog es Gratulanten zur hundertjährigen Handdruckspritze, um zu fachsimpeln. Hier sind es Gerhard Pfennig, Calaus Bürgermeister Werner Suchner, Ortswehrführer Alexander Schilmann, Fritz Marose und Horst Senftleben (v.l.). FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Saßleben. In den zurückliegenden Jahren stand sie bereits öfters im Mittelpunkt Saßlebener Dorffeste. Gepflegt, poliert und verehrt macht sie auch noch mit hundert Jahren einen verdammt spritzigen Eindruck. Uwe Hegewald/uhd1

Die Rede ist von der Saßlebener Feuerwehr-Diva, eine historische Handdruckspritze, die Geschichten erzählen könnte. Das übernimmt dann doch besser Feuerwehr-Urgestein Horst Senftleben. Mit dem 78-Jährigen lässt sich vortrefflich über traditionelle Feuerwehrtechnik plaudern. "Ich habe bereits in den 1950er Jahren vor einem sorglosen Umgang mit historischer Feuerwehrtechnik gewarnt. Zu oft und zu schnell wurde verschrottet und vernichtet", erinnert sich der 1. Calauer Hauptbrandmeister im Ruhestand.

Horst Senftleben zelebriert seine Leidenschaft fürs Feuerwehrwesen. Korrekt mit fescher Uniform, Krawatte und historischem Feuerwehrhelm gekleidet, begleitete er interessierte Besucher an die ausgestellten Handdruck- und Motorspritzen, um dort mit Detailkenntnissen zu überzeugen. So wusste er zu berichten, dass die Groß-Lübbenauer Handdruckspritze im kommenden Jahr ebenso 100. Geburtstag feiert, wie die Freiwillige Feuerwehr Saßleben. Die am Samstag kombinierte Veranstaltung aus Handdruckspritzen-Jubiläum und Dorffest war quasi die Generalprobe für die Festlichkeiten anlässlich der Gründung der Ortsfeuerwehr vor 100 Jahren. "An diesem Ehrentag wird unsere Hundertjährige auch zu sehen sein", macht Ortswehrführer Alexander Schilmann schon mal Appetit auf das Saßlebener Feuerwehrjubiläum 2014.

Weniger Appetit werden Leute verspürt haben, die seinerzeit zum mühsamen Pumpen verdonnert wurden. "Wenn die Handdruckspritze bei Brandbekämpfungen im Einsatz war und Gaffer die Löscharbeiten behinderten, wurden die kurzerhand zum Wasserpumpen herangezogen", erzählte Horst Senftleben. Dieses Modell hätte ebenso bei den Schaulustigen der Gegenwart seinen Reiz.

Aktuelle Bilder aus den Hochwassergebieten beweisen, dass diese Art von Neugier allgegenwärtig ist. Apropos Flutkatastrophe: Gerhard Pfennig schlenderte am Samstag zur besten Kaffeezeit mit einem Holzkrug durchs Festzelt, um für Betroffene der Hochwasserkatastrophe zu sammeln. Binnen 35 Minuten summierte sich der Spendenbetrag auf 282,71 Euro. "Wir werden den Erlös der Stadtverwaltung übergeben, die das Geld dann an entsprechende Quellen weiterleiten soll", erläuterte Pfennig den weiteren Werdegang.