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| 11:30 Uhr

Rettungsübung
Notfallsanitäter und Feuerwehr üben in Lübben gemeinsam

Notfallsanitäter und Feuerwehrleute retten eine Person aus einem Unfall-PKW. Das Zusammenspiel von Rettungskräften wurde während eines praktischen Ausbildungstags am Samstag in Lübben geübt.
Notfallsanitäter und Feuerwehrleute retten eine Person aus einem Unfall-PKW. Das Zusammenspiel von Rettungskräften wurde während eines praktischen Ausbildungstags am Samstag in Lübben geübt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. An drei Stationen haben Auszubildende die Rettung und Bergung von Patienten trainiert .

Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Jeder Handgriff muss sitzen. Das Können der Rettungskräfte entscheidet manchmal auch über Leben und Tod. Sie müssen sich aufeinander verlassen können. Deshalb spielen sie verschiedene Szenarien in der Praxis durch.

Am Samstag fand ein praktischer Ausbildungstag für auszubildende Notfallsanitäter des Landkreises Dahme-Spreewald in der Kreisstadt Lübben statt. Die künftigen Notfallsanitäter haben gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Lübben/Stadt, Schönwalde und Freiwalde (beide Unterspreewald) Kräfte übergreifende Rettungsdiensteinsätze geübt. „Kommunikation ist sehr wichtig während eines Einsatzes“, sagt Auszubildende Vivien Lunz, „das ist mir heute bewusst geworden.“

Die angehende Notfallsanitäterin hat zudem am eigenen Leib erfahren, wie sich Insassen eines Pkw fühlen, die in einen Unfall verwickelt sind. Sie ist in die Rolle einer verletzten Autofahrerin geschlüpft. Feuerwehrleute retteten die junge Frau mit Technik aus dem Unfallauto. Mit Schere und Spreizer haben sie das Fahrzeug so zerlegt, dass eine Rettung der Fahrerin möglich wurde. „Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn das Dach abgenommen wird und Glas bricht“, erzählt Vivien Lunz.

An drei Trainingsstationen haben die Kräfte am Samstag geübt. Neben der Rettung aus einem Auto waren auch der Einsatz in der Höhe sowie die Rettung aus einem LKW zu meistern. Die künftigen Notfallsanitäter haben zunächst die jeweiligen Einsatzlagen beurteilt und unter Beachtung des Eigenschutzes eine strukturierte Erstuntersuchung sowie die erforderlichen Sofortmaßnahmen durchgeführt. Anschließend wählten sie die geeigneten Mittel zur Rettung, Bergung oder zum Transport der Patienten und forderten die benötigten Kräfte sowie Hilfsmittel an. Dabei haben die Azubis die Möglichkeiten von Feuerwehren zur technischen Rettung und Bergung kennengelernt.

„Es war interessant zu sehen, über welche Hilfsmittel die Feuerwehren verfügen“, sagt Vivien Lunz. Für Marc Rudolf, ebenfalls in der Ausbildung zum Notfallsanitäter, sind mit der gemeinsamen Übung „Abläufe während eines Einsatzes noch verständlicher geworden. Die Erfahrungen helfen mir, wenn ich während eines Ernstfalls nicht direkt am Patienten arbeiten kann. Zudem war es für mich wichtig zu sehen, wie die Einsatzleitung mit den verschiedenen Rettungskräften kommuniziert.“

Der Ausbildungstag war auch für Feuerwehrleute ein Gewinn. „Wir haben gesehen, dass auch der Rettungsdienst durchaus über geeignete Hilfsmittel verfügt, die wir im Ernstfall für die Rettung einsetzen können“, sagt André Pöschk von der Freiwilligen Feuerwehr Schönwalde. Anderenfalls konnten die Notfallsanitäter feststellen, dass die Rettung von Personen aus oberen Stockwerken mit der Hubrettungsbühne Bronto Skylift oft schonender für Patienten ist, als das Tragen mit einem Tragetuch, wenn es über Treppen nach unten geht. „Das optimale Zusammenspiel von Rettungskräften kommt den Patienten zugute“, erklärt Andreas Berger-Winkler von den Johannitern des Regionalverbands Südbrandenburg, die den Rettungsdienst für den Landkreis Dahme-Spreewald durchführen.

Ingo Pietsch arbeitet hauptberuflich beim Rettungsdienst und engagiert sich freiwillig in der Feuerwehr in Lübben. Er hat den praktischen Ausbildungstag am Samstag geleitet und zieht ein positives Fazit: „Gemeinsames Üben hilft. So lernen sich Rettungskräfte auch persönlich kennenlernen. Davon profitieren Patienten im Ernstfall.“ Praxisanleiter Michael Ruh ist ebenfalls mit der Veranstaltung zufrieden: „Die künftigen Notfallsanitäter konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Eine Fortsetzung wäre wünschenswert.“

Der praktische Ausbildungstag für Notfallsanitäter des ersten bis dritten Ausbildungsjahrs fand erstmals statt. Diesen Beruf gibt es erst seit 2014. Er wird derzeit von zwölf Frauen und Männern im Landkreis Dahme-Spreewald erlernt, wie Andreas Berger-Winkler sagt. Ihm zufolge können sich Interessierte für den Ausbildungsbeginn 2018 derzeit bewerben. Schulabgänger, aber auch Quereinsteiger aus anderen Berufen, seien willkommen. Notfallsanitäter lösen den Rettungsassistenten als Berufsbild ab.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:

(asd)