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Gemeinsam für den Erhalt des Kreissitzes

Beim Bürgermeistertreffen in Perleberg: Dr. Oliver Hermann, Frank Neumann, Annett Jura, Ronald Seeger und Henrik Sommer.
Beim Bürgermeistertreffen in Perleberg: Dr. Oliver Hermann, Frank Neumann, Annett Jura, Ronald Seeger und Henrik Sommer. FOTO: Stadt Perleberg
Perleberg/Lübben. Die Bürgermeister von fünf Kreisstädten im weiteren Metropolenraum, darunter Lübben, haben sich bei einer Beratung in Perleberg gegen die Zusammenlegung von Landkreisen ausgesprochen. Zugleich äußerten die Stadtoberhäupter aus Perleberg, Lübben, Wittenberge, Prenzlau und Rathenow in dieser Woche die Sorge, dass im Falle einer Großkreisbildung der Verlust des Standortes der Kreisverwaltung für Städte im weiteren Metropolenraum die Chance von gleichwertigen Entwicklungsmöglichkeiten im Kreis nehme. red/bt

"Mühsam aufgebaute wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leistungen für die Einwohner der Kreisstadt und der umliegenden Gemeinden würden infrage gestellt", heißt es in einer gemeinsam veröffentlichten Pressemitteilung. "Wenn zukünftig nur noch Oberzentren oder berlinnahe Städte als Kreissitze fungieren, würde dies zu einer Verstärkung der Konzentrationspolitik führen."

Die Bürgermeister der fünf Städte fordern daher, wie schon bei der Kreisgebietsreform von 1993, durch die bewusste strukturpolitische Bestimmung des Kreissitzes die Städte des weiteren Metropolenraums zu stärken.

Aus Lübben hat in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters dessen Stellvertreter Frank Neumann an der Beratung am Donnerstag in Perleberg teilgenommen. Für ihn war es wichtig, in die Diskussion die positiven Erfahrungen Lübbens als Kreisstadt im berlinfernen Raum einzubringen.

"Die letzten 23 Jahre haben gezeigt, dass die Entscheidung von 1993, Lübben zum Sitz der Kreisverwaltung zu machen, richtig war: Sowohl Lübben als auch Königs Wusterhausen haben sich gut entwickelt", sagte Neumann nach der Zusammenkunft.

Außerdem verwies Neumann in der Bürgermeister-Runde in Perleberg auf neueste Stellungnahmen wie die der Wissenschaftler des Instituts für Wirtschaftsinformatik und Digitale Gesellschaft an der Universität Potsdam. Sie hatten in dieser Woche in einem offenen Brief an die Landesregierung beklagt, dass "betriebswirtschaftlich orientierte Effizienzziele zu Lasten der lokalen Identität und des damit zusammenhängenden Vertrauens in Politik und Verwaltung überbetont" würden. Die Rolle der Digitalisierung und damit zu erwartende Effizienzgewinne würden in der Debatte jedoch systematisch vernachlässigt.

Die Lübbener Stadtverordnetenversammlung hatte sich bereits auf ihrer Sitzung im Oktober des vergangenen Jahres einstimmig gegen eine Zusammenlegung der Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming ausgesprochen.