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| 01:34 Uhr

Gemeindevertreter stimmen für Windpark in Biebersdorf

Für riesige Windräder im Spremberger Stadtwald wird jetzt der 62 Tonnen schweren Rotor montiert. Ein Kran mit 150 Meter langem Ausleger ist für die Montage der Giganten notwendig. Windparkmontagearbeiten am Rotor. Stück für Stück wächst derzeit der neue Windpark aus riesigen Gittermasten in Spremberg. Jetzt wurde auf der Baustelle im Spremberger Stadtwald ein 750 Tonnen Kran der Firma Grohmann aufgebaut. 15 LKW-Ladungen waren allein für den 150 Meter langen Ausleger des Giganten notwendig. Insgesamt sollen die neun installierten Anlagen, die mit aufgestellten Rotorblatt je eine Höhe von 191 Metern haben werden, eine Leistung von 22,5 Megawatt (MW) bringen.
Für riesige Windräder im Spremberger Stadtwald wird jetzt der 62 Tonnen schweren Rotor montiert. Ein Kran mit 150 Meter langem Ausleger ist für die Montage der Giganten notwendig. Windparkmontagearbeiten am Rotor. Stück für Stück wächst derzeit der neue Windpark aus riesigen Gittermasten in Spremberg. Jetzt wurde auf der Baustelle im Spremberger Stadtwald ein 750 Tonnen Kran der Firma Grohmann aufgebaut. 15 LKW-Ladungen waren allein für den 150 Meter langen Ausleger des Giganten notwendig. Insgesamt sollen die neun installierten Anlagen, die mit aufgestellten Rotorblatt je eine Höhe von 191 Metern haben werden, eine Leistung von 22,5 Megawatt (MW) bringen. FOTO: Kurtas
Groß Leuthen. Der Windpark Biebersdorf kann weiter geplant werden. Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide haben während ihrer jüngsten Sitzung der Errichtung von elf Windkraftanlagen mehrheitlich zugestimmt. Andreas Staindl

Damit würden sie sich gegen den Entwurf des Regionalplans „Windkraftnutzung“ vom Juni dieses Jahres stellen, in dem der Windpark Biebersdorf nur teilweise enthalten ist, so Bauamtschefin Annett Lehmann.

„Keine Risiken erwartet“

Lediglich zwei der elf geplanten Windräder seien im neuen Regionalplan vorgesehen. Der Investor halte aber an der Größe seines Vorhabens fest. Die Zustimmung des Ortsbeirats liegt vor. Biebersdorfs OrtsvorsteherWolfgang Boschan sagte: „Wir sehen keine Risiken, die uns durch die Windkraftanlagen entstehen könnten. Die Tourismusanbieter in unserem Dorf erwarten keinen Rückgang ihrer Gästezahlen, keine finanziellen Einbußen und auch sonst keine Probleme durch die Windräder.“ Das Gegenteil sei der Fall, so Wolfgang Boschan: „Der Windpark ist die Chance für uns, auf die wir lange gewartet haben. Ein See, der kommunales Eigentum ist, müsste unbedingt saniert werden, doch uns fehlt das Geld. Der Windpark bietet die Möglichkeit, das Projekt über Ausgleichsmaßnahmen zu realisieren.“

Wie der Ortsvorsteher sagte, soll der See zur „kleinen Oase“ entwickelt werden. Der Investor des Windparks Biebersdorf wolle dabei helfen und zum Beispiel die Genehmigungsplanung für die Sanierung des Sees erstellen. Dass sich Windräder und Tourismus nicht ausschließen, ist laut Wolfgang Boschan auch daran zu erkennen, „dass wir uns für einen Radweg in unserer Gemarkung stark machen“. Erste Ideen gebe es; Gespräche hätten bereits stattgefunden.

Mit Unverständnis reagierte Biebersdorfs Ortschef auf Gerüchte und die anschließende Überprüfung und Befragung von Mitgliedern seines Ortsbeirats: „So etwas habe ich in meiner zehnjährigen Amtszeit noch nicht erlebt.“ Wolfgang Boschan bezog sich dabei auf „öffentlich geäußerte“ Vermutungen, kommunale Vertreter hätten sich aus dem Verkauf von Land für die Windkraftanlagen einen finanziellen Vorteil verschafft. „Weder mein Stellvertreter noch ich selbst haben Land verkauft“, versicherte er. „Bei Dietmar Schäfer war es der Fall.“ Der Gemeindevertreter habe „einfach Glück“ gehabt, dort Eigentum zu besitzen, wo eine Windkraftanlage geplant sei. „Wir haben keine Flächen verschoben“, sagte Wolfgang Boschan.

Ebenfalls betonte er, dass der Schwarzstorch kein Ausschlusskriterium für den Windpark Biebersdorf sei, da die Windräder mehr als die gesetzlich geforderten 3000 Meter von den Horsten der Störche entfernt errichtet werden sollen. „Naturschützer haben mir versichert, dass die Windräder den Schwarzstorch nicht stören“, so der Ortsvorsteher.

Vorwurf der Fälschung

Das sah Gemeindevertreter Christoph Sehmsdorf anders. „Der Abstand der Windräder zu den Horsten und der Splittersiedlung spricht gegen die Errichtung der Anlagen“, erklärte er. „Zudem gibt es viele weitere Tiere in dem Gebiet, die unter Schutz stehen.“ Den Widerspruch zu Wolfgang Boschans Aussagen begründete er damit, dass das Gutachten für Biebersdorf falsch sei, „wenn nicht sogar gefälscht“.

Er wisse zudem von zehn Biebersdorfern, darunter auch der Betreiber einer Pension im Ort, dass sie an das Landesumweltamt geschrieben und damit ihre ablehnende Haltung zum Windpark mitgeteilt hätten. Wie Annett Lehmann sagte, haben Bürger bis zum 18. September Zeit gehabt, ihre Einwende zum Windparkprojekt vorzubringen. „Neun Einwohner haben das auch getan, darunter allerdings nur ein Biebersdorfer“, berichtete sie. Mit der Zustimmung der Gemeindevertretung drängt das Gremium auf eine Veränderung des Windeignungsgebiets Briesensee-West, in dem der geplante Windpark Biebersdorf entstehen soll. Ob der Regionalplan „Windkraftnutzung“ entsprechend geändert wird, entscheide sich erst in einigen Monaten, so Annett Lehmann. Andreas Staindl