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Gemeinde will nicht sorbisches Siedlungsgebiet sein

Groß Leuthen. Die Mehrzahl der Ortsteile der Gemeinde Märkische Heide lehnt eine Zugehörigkeit zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden ab. Diesem Votum folgten die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung. Andreas Staindl/asd1

13 der 17 Ortsteile der Gemeinde Märkische Heide wollen nicht zum Siedungsgebiet der Sorben/Wenden gehören. Das hat eine intensive Diskussion in den jeweiligen Orten ergeben, wie die Bürgermeisterin Annett Lehmann (parteilos) sagt. Ortsbeiräte und Bürger hätten sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Festgestellt worden sei, dass sich die 13 Ortsteile der sorbischen/wendischen Minderheit nicht mehr verbunden fühlen, es auch keine sprachlichen Traditionen mehr in diesen Dörfern gibt.

Die Gemeinde Märkische Heide hatte sich schon im April klar positioniert. Lediglich Dollgen, Pretschen, Groß Leuthen und Klein Leine haben sich laut Verwaltung für einen Beitritt zum angestammten Siedlungsgebiet ausgesprochen. Der Sorbenrat im Land Brandenburg stellte Ende Mai dennoch einen Antrag an das Kulturministerium des Landes Brandenburg, alle 17 Ortsteile der Kommune in das Siedlungsgebiet aufzunehmen.

Die Gemeinde ist erneut anzuhören, und die wiederum muss die 13 Ortsteile anhören, die ihre Zustimmung verweigerten. Das Ergebnis ist das gleiche wie vor einem halben Jahr. Die große Mehrzahl der Ortsteile in der Märkischen Heide lehnt eine Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden ab.

Die Gemeindevertretung erwartet, dass das zuständige Ministerium diese Entscheidung berücksichtigt und akzeptiert. Eine Festsetzung einzelner Gemeindeteile zum Siedlungsgebiet ist jedoch möglich, wie Annett Lehmann sagt. Ihr zufolge werde bis zum nächsten Frühjahr endgültig durch das Land Brandenburg über die Zugehörigkeit entschieden.