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Lübben
Gemeinde gedenkt Holocaustopfern

Lübben. Konfirmanden und Jugendliche aus der Jungen Gemeinde in Lübben erinnerten an die Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen.

Mit einer Andacht, Gesängen und Gebeten hat die evangelische Kirchengemeinde am 9. November an die Pogromnacht 1938 und der Opfer des Holocaust gedacht. Konfirmanden und Jugendliche aus der Jungen Gemeinde erinnerten mit dem Verlesen von Namen an Juden in Lübben und Umgebung. Zu Beginn stimmten Kantor Johannes Leonardy und Pfarrerin Dörte Wernick gemeinsam mit den Teilnehmern das israelische Volkslied „Hevenu schalom alejchem“ an.

Das Lied wird von Juden weltweit gesungen und drückt die Sehnsucht nach Frieden aus. Die deutschlandweiten Ereignisse in der Pogromnacht vor 79 Jahren, in der Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt wurden, schilderte Johanna Eilzer, Jugendmitarbeiterin in Lübben, mit einem Text.

Im Anschluss haben die Jugendlichen und die Gemeindeglieder beim Vorlesen der Namen an die Schicksale jüdischer Mitmenschen in Lübben erinnert, wie etwa an das von Julius Burchardi. Der Glasermeister und seine Frau Minna wurden wahrscheinlich Anfang 1942 in das Warschauer Ghetto deportiert, wo sie im Juli des gleichen Jahres starben. Mit brennenden Kerzen und Gesang zogen die etwa 40 Teilnehmer an den Standort der ehemaligen Synagoge in der Kirchstraße. Eine in das Pflaster eingelassene Gedenktafel erinnert an deren Zerstörung am 10. November 1938.