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Geldautomatensprenger beschädigen Lübbener Rathaus

Unbekannte haben am Donnerstag kurz nach Mitternacht den Geldautomaten in Postbankfiliale Lübben gesprengt und dabei erheblichen Schaden angerichtet.
Unbekannte haben am Donnerstag kurz nach Mitternacht den Geldautomaten in Postbankfiliale Lübben gesprengt und dabei erheblichen Schaden angerichtet. FOTO: Stadt Lübebn
Update Lübben. Die Lausitzer Geldautomatenknacker haben erneut zugeschlagen. In der Nacht zum Donnerstag sprengten sie einen Automaten am Marktplatz in Lübben (Spreewald). Dabei wurde nach Polizei-Angaben das Rathaus stark in Mitleidenschaft gezogen. Bodo Baumert/mit dpa

Kurz nach Mitternacht gehen bei der Polizei die ersten Zeugenanrufe ein: Ein lauter Knall, mitten in der Stadt. Als die Polizei kurz darauf eintrifft, bietet sich das bereits bekannte Bild. Unbekannte Täter sind gewaltsam in den Vorraum der Postbankflilale eingedrungen und haben versucht, den dort befindlichen Geldautomaten zu sprengen. Wieder sind die Täter entkommen. Ob sie Geld erbeuten konnten, werde noch geprüft, berichtet Polizeisprecher Torsten Wendt.

Schlimmer noch als der Überfall selbst ist diesmal allerdings der Schade, den die Täter zusätzlich am Gebäude angerichtet haben. Die Postbank befindet sich im Lübbener Rathaus - und das ist bei der Aktion erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Laut Polizei wurde die Glasfront zerstört, weitere Trennwände durch die Wucht der Explosion beschädigt.

Wie groß der Schaden ist, müssen nun Experten beurteilen. "Da sich die Postbank im selben Gebäude befindet wie das Rathaus wurden vorsorglich die über der Bank liegenden Büroräume der Verwaltung gesperrt, da erst ein Prüfung der Statik erfolgen soll, um sicher zu stellen, dass keine Einsturzgefahr besteht", teilte die Stadt am Morgen mit. Nach einer ersten statischen Überprüfung wurden die Büroräume der Stadtverwaltung gegen 10 Uhr wieder zur Nutzung freigegeben, so Stadtsprecherin Hannelore Tarnow.

Die Tat reiht sich ein in eine Kette von Attacken auf Lausitzer Geldautomaten. Dreimal haben die Täter in den vergangenen Wochen im Spree-Neiße-Kreis zugeschlagen, im Juni in Schwarzheide, im Mai in Groß Leuthen. Keine Einzelfälle, wie das vom Bundeskriminalamt (BKA) herausgegebene "Lagebild Angriffe auf Geldautomaten" zeigt. "Seit dem Herbst 2015 ist in Deutschland ein deutlicher Anstieg von besonders schweren Fällen zu verzeichnen", heißt es darin. Rund 400 solcher Fälle hat das BKA im vergangenen Jahr registriert, im Vergleich zu 2011 ist das eine Verdopplung.