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| 01:04 Uhr

Gelassenheit nach Maut-Start

LÜBBEN.. Seit Beginn des Jahres gilt für Lkw über zwölf Tonnen auf deutschen Autobahnen die Maut-Pflicht. Trotz einiger Unwegbarkeiten herrscht bei den wenigen Betroffenen in Lübben und Umgebung, die die RUNDSCHAU befragt hat, relative Gelassenheit. Von Mirjam Hecht


 „Rumheulen bringt ja nichts.“
 Johannes Haarich, Spediteur



Für die Fahrer von Spediteur Johannes Haarich verlief der Maut-Start nicht ganz so reibungslos. Die vor einiger Zeit in die Lkw eingebauten Geräte müssten wegen technischer Probleme erstmal wieder raus, sagt der Chef des in Lübben-Radensdorf ansässigen Unternehmens. Er versucht dennoch, Gelassenheit an den Tag zu legen: „Rumheulen bringt ja nichts.“ Johannes Haarich weiß, dass auch andere in dieser Hinsicht Schwierigkeiten gehabt hätten. Noch in diesem Monat werde das Problem allerdings gelöst. Bis dahin vertrauen Haarichs Fahrer auf das Ticket-System: „Das funktioniert bisher ganz gut.“
Handelswaren aller Art und zum Beispiel die Spreewald-Konserven des Lübbener Unternehmens schickt Johannes Haa rich mit seinen neun beplanten 40-Tonnern auf Reisen quer durch die Republik. Die Autobahnen künftig komplett zu umfahren, um Kosten zu sparen, wolle man sich jedoch „nicht antun“ . Noch könne der Spediteur zudem nicht sagen, wie viel zusätzliche Kosten die Maut-Einführung in seinem Fall nach sich ziehen wird. Er rechnet jedoch damit, dass sie „reichlich“ ausfallen werden. Zudem sei hinsichtlich Buchhaltung sowie Fahrrouten- und Abrechnungskontrolle viel mehr Arbeitsaufwand als zuvor notwendig.
Bei der TBG Transportbeton Niederlausitz GmbH & Co. KG werde die Maut wohl nicht zu Buche schlagen, glaubt deren Geschäftsführer Hartmut Kaluza. Die zwei Fahrzeuge des Lübbener Unternehmens führen ohnehin selten auf Autobahnen, so Kaluza. Eineinhalb Stunden für den Beton-Transport seien zudem eine knapp bemessene Zeit, sodass sich der Auslieferungs-Radius auf etwa 30 Kilometer beschränke. „Wenn wir täglich auf die Autobahn müssten, wäre das Ganze ein Thema“ , sagt Hartmut Kaluza.
So jedoch habe er erst gar keine Mautgeräte in die Fahrzeuge einbauen lassen und will diese im Falle anstehender Autobahn-Fahrten per Internet einbuchen.
Noch sei das jedoch nicht nötig gewesen, sodass Kaluza keinen Grund sieht, über eventuelle zusätzliche Kosten nachzudenken, die nach der Maut-Einführung derzeit vielen Transportunternehmen ins Haus stehen.