Von Katrin Kunipatz

Einfach werden die kommenden drei Wochen nicht, da sind sich die Lübbener Innenstadthändler einig. Ab Mittwoch, 28. August, 7 Uhr ist die Baustelle am Houwald-Damm für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung führt – genau wie bei den anderen beiden Sperrungen zuvor – durch die Lübbener Innenstadt.

Wie Stadtsprecherin Dörthe Ziemer mitteilt, wird die Hauptstraße wie bei der zweiten Sperrung im Mai zur Einbahnstraße. Eine Regelung, die von allen Einzelhändlern begrüßt wird. Viele können sich noch gut an das Chaos, erinnern als bei der ersten Vollsperrung die Hauptstraße in beiden Richtungen befahrbar war. „Bei der zweiten Sperrung und der Einbahnstraßenregelung war es schon entspannter“, sagt Antje Karras vom Sportgeschäft. Die bisher einwöchigen Sperrungen seien im Umsatz kaum zu spüren gewesen, so Karras. „Aber drei Wochen sind eine lange Zeit“, sagt sie.

Unternehmer stellen sich auf Sperrung des Houwald-Damms ein

Kaum Auswirkungen der Sperrung scheint die Sperrung auf die Breite Straße zu haben. „Zwar beschweren sich die Kunden über die längere Anfahrt“, sagt Augenoptikerin Anke Helemann, „aber es kommen nicht mehr oder weniger Kunden zu uns.“ Im Bluming Inn schöpft Inhaber Eric Kuckei aus den Erfahrungen der vorangegangenen Sperrungen. „Kunden, die zu uns wollen, schaffen es auch“, sagt er. Nur die Belieferung sei schwierig, da der Lkw mit Hänger sonst eine ganze Runde durch die Innenstadt fahren müsste, trifft man sich auf einem Parkplatz außerhalb und Kuckei holt die Blumen selbst ins Geschäft.

Apothekerin Sandra Toberna berichtet, dass Lieferfahrten durch die Stadt etwa eine halbe Stunde länger dauern. Doch darauf würde sie sich einstellen. Ihren Kunden empfiehlt Toberna den Botendienst der Delphinen-Apotheke zu nutzen, wenn sie Bedarf haben, statt die Fahrt durch die Stadt zu wagen. Kathrin Schulz vom Schuhgeschäft Furore hofft, dass die Kunden sich am Wochenende auf Rad schwingen, um beim 15. Jubiläum des Geschäfts dabei zu sei. Bisher kamen während der Sperrungen des Houwald-Damms zwar weniger Einkäufer, „ganz abgeschnitten waren wir aber nicht“, so Schulz.  

Fehlende Parkplätze ein Problem

Weniger Kunden erwartet auch der Uhrmacher und Juwelier Eike Musculus. Vor allem die fehlenden Parkplatz, seien für die Kunden ein Problem. Er begrüßt aber auch die Verkehrsregelung mit der Einbahnstraße auf der Hauptstraße. „So war es im Mai deutlich entspannter“, sagt er. Jedoch rolle der Verkehr bis 22 Uhr. Er selbst habe deshalb Lieferungen vorgezogen, um in der Zeit der Vollsperrung möglichst darauf verzichten zu können.

Mit Umsatzeinbußen rechnet auch Sven Neuber vom „Haus 8“. „Es wird schwer für uns Händler, aber wir wollen nicht jammern und werden diese drei Wochen überstehen“, sagt er. Die Einbahnstraßenregelung findet er gut. „In der Bauphase wäre es günstig den Parkplatz als zusätzliche Parkfläche zu nutzen“, so Neuber. So entfiele für die vom Verkehr gestressten Kunden die Parkplatzsuche. Noch wichtiger wäre es, aus seiner Sicht, mit Kontrollen die Lkw tatsächlich aus der Innenstadt herauszuhalten. Vor allem nachts würden die 40-Tonner durch die Innenstadt rollen.