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Gedichte erinnern an das alte Lieberose

Über eine Lesung von Gedichten von Ida-Luise Auth, die der Förderverein Lieberose in der FiZ-Begegnungsstätte veranstaltet hat, schreibt Rosalinde Weigelt: C. Schmidt


Rund 40 Gäste waren zu der Veranstaltung gekommen. Als erstes trat die Singegruppe des BRH auf und erfreute das Publikum mit dem Lieberose-Lied. Anschließend berichtete Prof. Dr. Auth über seine Erinnerungen an und Erlebnisse mit seiner Stief-Großmutter Ida-Luise Auth. Sie erblickte am 1. März 1879 in Berlin das Licht der Welt. Ihre Familie zog 1919/1920 nach Lieberose in die Cottbuser Straße 27. Prof. Dr. Auth wohnte mit seinen Eltern in der ersten Etage in der Cottbuser Straße 48. Sein Großvater Paul Auth war als Kämmerer bei der Stadtverwaltung angestellt.
Viele von Ida-Luise Auths Gedichten entstanden in den Jahren um 1938. Kurz vor ihrem Tod schrieb sie noch zwei Gedichte, berichtete Prof. Auth, die mehr als Gebete zu betrachten seien. Am 8. Juni 1951 starb Ida-Luise Auth. Sie wurde auf dem Lieberoser Friedhof neben ihrem Mann Paul Auth beigesetzt.
Erika Holzbecher präsentierte in der anschließenden Lesung ausgewählte Gedichte der Lieberoserin, darunter „Heimat“ , „Herbst am Raduschsee“ , „Die Mühle am Waldweiher in Jamlitz“ , „Die Sage vom Stockshof“ , „Sehnsucht nach der Heimat“ , „Ein Sommertraum“ , „An eine Linde“ und zum Abschluss „Das Glück“ . Für ihre ausdrucksvolle Darbietung erhielt Erika Holzbecher viel Applaus.
Johannes Kowalewsky - ebenfalls ein Ur-Lieberoser - war begeistert, wie viele Lieberoser zu dieser Veranstaltung gekommen waren. Sein Sohn hatte ihn angeregt, etwas über sich und sein Lieberose aufzuschreiben. Am 30. Juni 1933 im Landpfarrhaus am Markt 18 geboren, berichtete er über Erlebnisse aus seinen Kindheitsjahren. Er erinnerte an damalige Geschäfte und die vielen Gaststätten, sprach über die Nachbarn Liepe und Jurk, erzählte vom Kantor Schwanebeck, dem Küster Schlachtmeier, vom Hauptschullehrer Blase, vom Lehrer Lillack und den verschiedenen Handwerkern. In seiner Aufzählung folgten Lieberoser Gebäude wie das Spittel, das Haus Trierenberg, die damalige Landwirtschaftsschule, der Kindergarten, die Post, die Schule, die Adler-Apotheke, Scharaths Mühle, Gärtnerei Müller, das Schützenhaus und viele mehr. Auch an den Bürgermeister, der damals mit Schlüsse ln rasselnd durch die Straßen ging, erinnerte er, ebenso an die Hitlerzeit und an das böse Erwachen. Johannes Kowalewsky und Apotheker Hesse sind die Initiatoren des Lieberose-Tages, der alle drei Jahre stattfindet und zu dem viele ehemalige Lieberoser in ihre alte Heimat reisen. Zuletzt rezitierte Kowalewsky sein Lieblingsgedicht „Raureif“ .
Annemarie Gottschald, Vorsitzende des Fördervereins Lieberose, informierte zum Abschluss, dass zum Gedenken an Ida-Luise Auth eine Tafel am Rathaus angebracht worden ist. Ein Leporello mit allen Gedichten werde bald käuflich zu erwerben sein.