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| 18:30 Uhr

KZ-Gedenkstätte
Gedenkstätte wartet auf Lottomittel

Peter Kotzan ist Vorsitzender des Vereins der Gedenkstätte KZ-Nebenlager Lieberose und bereitet die Veranstaltungen vor. Er hat über Jahrzehnte zur Geschichte des Lager geforscht.
Peter Kotzan ist Vorsitzender des Vereins der Gedenkstätte KZ-Nebenlager Lieberose und bereitet die Veranstaltungen vor. Er hat über Jahrzehnte zur Geschichte des Lager geforscht. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lieberose. Lieberoser Verein bemüht sich seit Jahren um Geld für die Sanierung. Von Ingrid Hoberg

Den 73. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen am 24. April und den 45. Jahrestag der Einweihung des Mahnmals gegen Faschismus und Krieg am 6. Mai nimmt der Gedenkstättenverein Lieberose zum Anlass, zu einer Gedenkveranstaltung einzuladen. „Angehörige von im Lager Lieberose ermordeten italienischen Häftlingen werden am 24. April um 11.30 Uhr im Museum der Gedenkstätte erwartet“, sagt Peter Kotzan, Vorsitzender des Vereins.

Seit 1973 gibt es das Mahnmal für das Nebenlager, seit 1982 ein Museum, um das sich der Gedenkstättenverein kümmert. Peter Kotzan hat über die Jahre eine umfangreiche Forschungsarbeit geleistet - für Publikationen und für die Gestaltung der Ausstellungen. Ehemalige Häftlinge und Angehörige besuchten in der Vergangenheit diese Erinnerungsstätte als Ort des Mahnens und Gedenkens. Seit 1995 findet alljährlich am 2. Februar, dem Tag der Auflösung des KZ-Nebenlagers, im Museum eine Gedenkveranstaltung statt. Anschließend werden am Mahnmal gegen Faschismus und Krieg Kränze niedergelegt. Und es werden im Ringgrab Jahr für Jahr weitere Namenstafeln von Häftlingen enthüllt - Zahlen werden so zu einzelnen Schicksalen.

Doch es gibt Sanierungsbedarf. Die Betonplatte vor dem Mahnmal muss dringend erneuert werden, schon seit Jahren bemüht sich der Gedenkstättenverein um finanzielle Mittel. Im Haushalt 2018, der im März von der Stadtverordnetenversammlung Lieberose beschlossen worden ist, sind unter „Denkmalschutz und Denkmalpflege“ bereits 33 100 Euro für diese Investition eingestellt worden. Die Stadt hat einen Fördermittelantrag gestellt und erwartet Zuwendungen in Höhe von rund 15 000 Euro vom Land Brandenburg aus Lottomittel. Ein Bescheid liegt gegenwärtig noch nicht vor, wie Annett Joppich, Bauamtsleiterin beim Amt Lieberose/Oberspreewald, auf Nachfrage mitteilt.

Die Eigenmittel sollen auf jeden Fall für dieses Vorhaben im Haushalt stehen bleiben. Bereits im vergangenen Jahr waren entsprechende Gelder eingeplant gewesen, doch die Fördergelder kamen nicht. Sollten die Lottomittel erneut nicht fließen, dann könne noch geprüft werden, ob andere Fördertöpfe zur Verfügung stehen, so die Bauamtsleiterin. 10 900 Euro aus der Denkmalpflege und 7200 Euro aus der Projektförderung des Landkreises Dahme-Spreewald sind bereits eingeplant.

Neben der Flächenbefestigung ist auch der Wegebau vorgesehen, um einen behindertengerechten Zugang zum Mahnmal zu ermöglichen. Finanzstaatssekreträrin Daniela Trochowski ist zur Gedenkveranstaltung am 24. April eingeladen. Bei dieser Gelegenheit kann sie sich einen Eindruck davon verschaffen, wie dringend die Lottomittel für die Sanierungsarbeiten an der KZ-Gedenkstätte gebraucht werden.

Der Weg zum Ringgrab soll behindertengerecht ausgebaut werden. Alljährlich finden dort zum 2. Februar Gedenkveranstaltungen statt.
Der Weg zum Ringgrab soll behindertengerecht ausgebaut werden. Alljährlich finden dort zum 2. Februar Gedenkveranstaltungen statt. FOTO: Ingrid Hoberg / LR