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| 02:37 Uhr

Gedenkstätte in Straupitz eingeweiht

In der Straupitzer Schinkelkirche ist aus Anlass des Volkstrauertages eine Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege eingeweiht worden. Gemeinde und Kirche hatten die Feierstunde gemeinsam organisiert. Von Andreas Zöllner

Der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke erklärte, die Initiatoren seien unter anderem aus Kostengründen von öffentlichen Denkmälern in Straupitz abgekommen. Deshalb seien die zwei Gedenktafeln, auf denen die Namen der Opfer aus beiden Weltkriegen aufgeführt sind, im Vorraum der Schinkelkirche angebracht worden. "Die Kirche war auch immer ein Bezugspunkt für die Opfer", so Christoph Hanke.

Der Straupitzer Bürgermeister Winfried Rekitt nannte den Tag "denkwürdig". Denn erstmals würden Gemeinde und Kirchengemeinde gemeinsam der Opfer gedenken. Winfried Rekitt berichtete in seiner Ansprache von einer älteren Dame aus Straupitz. "Als Bürgermeister gehe ich zu jedem Geburtstag älterer Mitbürger, um ihnen im Namen der Gemeinde Glückwünsche auszurichten. Diese ältere Frau vergaß bei keinem meiner Besuche, ihren größten Wunsch zu äußern: Sie wollte den Namen ihres im Krieg gestorbenen Mannes an einer Gedenkstätte in Straupitz sehen", so Rekitt.

"Die Gräber der Verstorbenen sind teilweise unbekannt. Deshalb ist es um so wichtiger, dass mit den Tafeln die Namen nach Straupitz zurückgekehrt sind", sagte Pfarrer Christoph Hanke. Jeder einzelne Name verweise "auf die Härte des Lebens".

Die Namen der Opfer wurden im Anschluss am Eingang der Kirche von Christoph Hanke und Winfried Rekitt verlesen. Viele der rund 150 Anwesenden waren dabei den Tränen nahe, einige wurden von ihren Emotionen überwältigt.

Auch Pfarrer Christoph Hanke zeigte sich überrascht, wie hoch das Maß an Betroffenheit der Angehörigen nach mehr als 60 Jahren immer noch sei. Diese tiefe Betroffenheit und auch große Zahl der Anwesenden zeige, dass die Errichtung dieser Stätte ein richtiger Schritt gewesen sei, so Hanke. "Nun haben die Angehörigen einen Ort, an dem sie trauern können."

Der Straupitzer Paul Schulze hat seinen Vater im Zweiten Weltkrieg verloren. "Ich habe mich immer nach einem Ort des stillen Gedenkens und Trauerns um meinen Vater gesehnt", sagte er. Deshalb habe er sich dafür auch immer in der Gemeindevertretung stark gemacht.

Nach dem Verlesen der Namen legten Bürgermeister Winfried Rekitt und Pfarrer Christoph Hanke stellvertretend für die Gemeinde Straupitz und die Evangelische Kirchengemeinde Straupitz einen Kranz vor den Tafeln nieder. Dem folgten Blumen, Gestecke und Kränze von einigen Angehörigen.

Die Gedenktafel mit den Namen der Opfer aus dem Ersten Weltkrieg stammt laut Hanke von einem Kriegsdenkmal aus Straupitz, welches aber in den 1950er-Jahren aus politischen Gründen abgerissen worden sei. Die Tafel sei allerdings vor dem Einschmelzen gerettet in der Straupitzer Kirche aufbewahrt worden. Die Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs sei neu angefertigt worden.

Die auf den Gedenkplatten verewigten Namen sind Christoph Hanke zufolge nicht nur die Namen der gefallenen Soldaten. Auch andere Straupitzer Bürger, die durch die Weltkriege und deren Folgen wie Internierungslager ums Leben gekommen sind, seien erwähnt. "Es soll aller Opfer gedacht werden", erklärte der Pfarrer.