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Gedenkstätte in Jamlitz wird erweitert

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Günter Morsch und Kulturministerin Martina Münch (SPD) informieren am 20.02.2017 in Potsdam (Brandenburg) über die Pläne zur Erweiterung der Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose.
Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Günter Morsch und Kulturministerin Martina Münch (SPD) informieren am 20.02.2017 in Potsdam (Brandenburg) über die Pläne zur Erweiterung der Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose. FOTO: Bernd Settnik (dpa-Zentralbild)
Potsdam/Jamlitz. Die grausame Vergangenheit von Jamlitz-Lieberose aus der Nazi-Zeit soll nicht in Vergessenheit geraten. Dafür will Brandenburgs Kulturministerium sorgen und hat dafür konkrete Pläne. dpa

Die Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose wird ausgebaut: Auf dem Gelände einer später errichteten Siedlung sollen die frühere Struktur des KZ-Außenlagers und die Standorte von Baracken wieder sichtbar gemacht werden, wie Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Montag in Potsdam ankündigte. „Damit geben wir ein Bekenntnis ab, dass dieser Ort, an dem Tausende von Häftlingen während der NS-Herrschaft litten und starben, eine herausgehobene Bedeutung in der Erinnerungskultur des Landes hat.“

Das Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen war 1943 errichtet worden. Dort mussten bis zu 10 000 Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Tausende vor allem jüdische Häftlinge wurden ermordet oder durch die Zwangsarbeit in den Tod getrieben.

Mit der Erweiterung reagiert die Landesregierung auch auf zwei Anschläge auf die Gedenkstätte im Frühsommer des vergangenen Jahres. Dabei wurden Informationstafeln zerstört. „Wir machen damit deutlich, dass solche Attacken keinen Erfolg haben werden: Dieser Erinnerungsort bleibt und wird erweitert“, betonte Münch. Im vergangenen Herbst konnte der Staatsschutz einen 76-Jährigen im Landkreis Dahme-Spreewald als Tatverdächtigen ermitteln. Der Mann legte ein Teilgeständnis ab.