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| 18:09 Uhr

Luckau/Niewitz
Gedenken für jeden Einzelnen

Am gestrigen Sonntag ist in ganz Deutschland der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht worden. Mit einer Andacht in der Nikolaikirche wurde in der Stadt Luckau der Volkstrauertag eingeleitet. Anschließend wurden Kränze und Gebinde an den Kriegsgräbern in der Jahnstaße und am russischen Ehrenmal in der Dresdener Straße niedergelegt. Bürgermeister Gerald Lehmann, Stadtverordnete und Bewohner der Stadt ehrten gemeinsam die Toten.
Am gestrigen Sonntag ist in ganz Deutschland der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht worden. Mit einer Andacht in der Nikolaikirche wurde in der Stadt Luckau der Volkstrauertag eingeleitet. Anschließend wurden Kränze und Gebinde an den Kriegsgräbern in der Jahnstaße und am russischen Ehrenmal in der Dresdener Straße niedergelegt. Bürgermeister Gerald Lehmann, Stadtverordnete und Bewohner der Stadt ehrten gemeinsam die Toten. FOTO: Frank Ratajczak
Niewitz. Gestern war Volkstrauertag. In ganz Deutschland wurde an Kriegstote und Opfer von Gewaltherrschaft gedacht. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Amts Unterspreewald fand in Niewitz statt.

Etwa 20 Bürger, vor allem Kommunalpolitiker, sind am gestrigen Sonntag dabei gewesen. „Am Volkstrauertag gedenken wir der Toten der Kriege und der Gewaltherrschaft“, sagte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Amtes Unterspreewald in Niewitz.

„Wir trauern um Menschen die wir kannten, um Angehörige, Freunde und Bekannte, die damals ihr Leben lassen mussten. Aber wir erinnern uns auch an diejenigen, deren Lebensgeschichte wir eben gerade nicht kennen, von denen wir aber wissen, dass sie an den Fronten und in der Gefangenschaft, den Bombennächten, auf der Flucht sowie in den Konzentrations- und Vernichtungslagern umkamen oder umgebracht worden sind“, sagte er weiter.

Hans Wirth (1923 bis 1945) ist eines der Opfer des Zweiten Weltkriegs. An seinem Grab auf dem Friedhof in Niewitz legten Vertreter des Amts Unterspreewald gestern einen Kranz nieder. „Jeder Einzelne ist es wert, dass wir uns an ihn erinnern und seiner gedenken“, sagt Jens-Hermann Kleine. „Diejenigen, die in den Gräbern liegen, geben ein Zeugnis für die Sinnlosigkeit ihres Sterbens ab.“

Der Volkstrauertag zeige, wie wichtig es ist, Frieden zu halten und der Gewalt sowie dem Krieg entgegenzutreten. „Wie dankbar können und müssen wir  für inzwischen 72 Jahre Frieden in unserem Land sein“, sagt der Verwaltungschef. Für ihn scheine es dennoch in Deutschland „die Ausnahme zu sein, der Toten am Volkstrauertag zu gedenken“. In England etwa sei das genau umgekehrt.

Es gebe die These, dass sich keine Erinnerungskultur nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland entwickelt habe. Grund sei, dass man sich mit Schuldfragen und der Ursache, weniger mit Leid und Einzelschicksalen befasst habe. „Es ist gut und richtig, wenn wir uns der Toten erinnern und beispielhaft an ihre Gräber treten“, sagt der Amtsdirektor.

Bewusst werde jedes Jahr ein anderer Ort im Unterspreewald — und dort dann meist ein Friedhof — für die Gedenkveranstaltung ausgewählt. Jens-Hermann Kleine zitierte gestern auch den niederländischen Philosoph Baruch de Spinoza: „Frieden ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit.“

Genau diese Geisteshaltung gehe dem Verwaltungschef zufolge vom Volkstrauertag aus: „Wir müssen weiterhin für diese Geisteshaltung einstehen und sie befördern.“

Der Amtsausschussvorsitzende Roland Gefreiter (re.) und der Vorsitzende des Seniorenbeirats Georg Graf legen einen Kranz am Grab von Hans Wirth in Niewitz nieder. Etwa 20 Bürger waren während der zentralen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag im Amt Unterspreewald dabei. Foto: Andreas Staindl
Der Amtsausschussvorsitzende Roland Gefreiter (re.) und der Vorsitzende des Seniorenbeirats Georg Graf legen einen Kranz am Grab von Hans Wirth in Niewitz nieder. Etwa 20 Bürger waren während der zentralen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag im Amt Unterspreewald dabei. Foto: Andreas Staindl FOTO: Andreas Staindl