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Geballte Frauen-Power in den Amtsstuben

Andrea Garz ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Calau. Hier steht sie vor dem Mädchenbrunnen in der Cottbuser Straße.
Andrea Garz ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Calau. Hier steht sie vor dem Mädchenbrunnen in der Cottbuser Straße. FOTO: S. Bartholome
Calau/Lübben. Anlässlich des Internationalen Frauentags am heutigen Samstag hat sich die LAUSITZER RUNDSCHAU einmal umgehört, wie weiblich die Stadtverwaltungen im Spreewald sind. Für die Rechte der Frauen in Calau tritt seit Februar Andrea Garz ein. Sophie Bartholome

Die rosa Strickkleider sind die Farbtupfer in der Cottbuser Straße in Calau. Von Weitem erkennt man sie bereits. Schick angezogen haben sich die Mädchen am Brunnen über den Winter den Passanten präsentiert. "Gefroren haben sie jedenfalls nicht", scherzt Andrea Garz. Seit Februar ist sie die neue Gleichstellungsbeauftragte und Pressesprecherin der Stadt Calau. Die Bathowerin kennt ihre Region, liebt das Kleinstadtflair und will sich ab sofort für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzen. Bei Problemen am Arbeitsplatz, Diskriminierungen und bei der Vereinbarkeit von Familie sowie Beruf ist die 27-Jährige die erste Anlaufstelle. Im Hinblick auf die aktuelle EU-Umfrage zu Übergriffen an Frauen gewinnt die Position der Gleichstellungsbeauftragten noch mehr an Bedeutung. Insgesamt erfahren der Studie zufolge schätzungsweise zwischen 83 und 102 Millionen Frauen sexuelle Belästigung vor allem auch am Arbeitsplatz. Betroffenen in der Region würde Andrea Garz mit Rat zur Seite stehen.

Bis sich die 27-Jährige gänzlich an ihrem neuen Arbeitsplatz eingerichtet hat, wird noch etwas Zeit verstreichen. "Bisher habe ich mich vor allem erst einmal mit den bestehenden Gesetzlichkeiten befasst", erklärt sie. Durch ihren stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn sei sie aber die perfekte Besetzung für die Stelle.

Andrea Garz wird die Mitarbeiter auch bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützen. In den Amtsstuben in Calau ist sie damit Ansprechpartnerin für insgesamt 38 Mitarbeiter. Die sechs Männer sind hier deutlich in der Unterzahl. Im Vergleich zu den anderen Stadtverwaltungen im Spreewald, weist Calau - dicht gefolgt von Lübben - die höchste Frauenquote (78 Prozent) auf. Lübbenau, Vetschau und Luckau halten sich in etwa die Waage.

Apropos Frauenquote: Auch hier hat die 27-Jährige eine klare Meinung: "Vorerst sollten die Frauen natürlich nach ihren Leistungen beurteilt werden", erklärt sie. Stimmen diese, müssen sie natürlich auch Möglichkeiten haben, um in die Chefetagen Einzug zu halten. Und wie steht es um die leitenden Positionen in den Verwaltungen? Amtsleiterinnen gibt es im Spreewald insgesamt 17. Während Lübbenau aufgrund der hohen Mitarbeiterzahl mit zehn weiblichen Leitungsstellen im Rathaus trumpft, ist in Lübben derzeit nur eine Leiterin, und zwar im Bauwesen, tätig.

Für Andrea Garz hat der heutige Frauentag eine große Bedeutung: "Er ist eine Wertschätzung für alle Frauen", sagt sie. Auch sie würde sich wünschen, eine Rose als kleine Aufmerksamkeit zu erhalten.