Das Stadtmarketing der Zukunft als Kommunikation im „real-digitalen Erlebnisraum“ zu begreifen – darüber hat Frank Tentler kürzlich im Lübbener Rathaus gesprochen. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Bürgermeister Lars Kolan ist Sprecher der Brandenburger Landesgruppe der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing (bcsd). In dieser Funktion hatte er Citymanager und Marketing-Fachleute, Bürgermeister und Touristiker aus Südbrandenburg eingeladen.

Frank Tentler ist Kommunikations- und Digitalisierungsexperte. Er machte der Mitteilung zufolge deutlich: Der gesamte Verwaltungsapparat, die Wirtschaft, die Einzelhändler, die Infrastruktur- und Tourismusunternehmen einer Stadt müssten von einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie erfasst sein, um im globalen Wettstreit um Daten mithalten zu können.

Die wertvollen Daten nicht den Konzernen zu überlassen, bezeichnete er als zentrale Aufgabe des öffentlichen Hand. Hauptziel müsse es sein, beispielsweise Daten aus Handel oder Tourismus so zukunftsfähig zu machen, dass alle Systeme damit interagieren können. Als Beispiel nannte er ein Projekt  aus Bocholt, einer 70 000 Einwohner-Stadt im Westmünsterland, bei dem Einzelhändler und ihre Angebote klug digital vernetzt werden, um Leerstand entgegenzuwirken.

Das größte Pfund, mit dem Kommunen wuchern können, sei die Verankerung vor Ort und die emotionale Verbundenheit damit, sagte Frank Tentler. Den Ort mit digitalen Angeboten zu verknüpfen, lasse einen „real-digitalen Erlebnisraum“ entstehen. Zum Beispiel könne sich ein Tourist Infos durch einen QR-Code holen oder das nächste Restaurant mit Hilfe seiner Handy-Kamera finden. Der Referent gab den Zuhörern Vorschläge mit, wie sie den Prozess starten können.

Im Ergebnis des Vortrags sein ein Arbeitsprogramm entstanden, das die bcsd-Mitglieder abwechselnd zu spannenden Marketing-Projekten führen soll, etwa in Cottbus oder Finsterwalde. Den Anfang machten zwei aktuelle Projekte in Lübben – die Baustellengalerie am Houwald-Damm und der Parkplatz Burglehn.