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Gästerekord zum Waldschulgeburtstag

Für Kinder ist die Waldschule "Zum Specht" ein ideales Ausflugsziel. Erwachsene haben aber auch ihren Spaß.
Für Kinder ist die Waldschule "Zum Specht" ein ideales Ausflugsziel. Erwachsene haben aber auch ihren Spaß. FOTO: Waldschule
Lübben. 20 Jahre Waldschule "Zum Specht": Am heutigen Tag des Baumes feiert die Einrichtung in Börnichen ein großes Jubiläum. Zum runden Geburtstag beschenkt sich die Schule mit einem Besucherrekord – mal wieder. Jan Augustin

Die Tabelle, die Waldschul-Leiter Manfred Meehs einem an die Hand gibt, spricht eine deutliche Sprache. Seit der Gründung der Waldschule "Zum Specht" vor genau 20 Jahren steigen die Besucherzahlen stetig. 1995 waren es 99, zehn Jahre später schon 3584. In diesem Jahr könnte wieder eine neue Rekordmarke geknackt werden. Werden die 5000 Gäste erreicht? Die Frage stellen sich die Macher der Einrichtung selbst. Freie Termine für dieses Jahr sind nur noch schwer zu ergattern. Und selbst für 2016 gibt es schon die ersten Einträge für Schulklassen oder Seniorengruppen im Kalender des 58-jährigen Pädagogen.

"Mehr geht nicht", glaubt die Vorsitzende des "Waldschulvereins zum Specht", Diana Morch. Seit 2007 führt sie den Verein. Die Kapazitätsgrenze sei erreicht. "Das kann man nicht mehr ausbauen", sagt die 45-Jährige. Derzeit gebe es in der Regel fünf Veranstaltungen in der Woche, jeden Tag eine. Selbst an diesem Samstag wird Manfred Meehs die Teilnehmer wieder begleiten, wenn sie den knapp drei Kilometer langen Naturpfad-Rundkurs beschreiten. Der Naturliebhaber beantwortet dann auch wieder Fragen wie: Warum bekommt der Specht keine Kopfschmerzen? Oder: Was ist ein Waldxylofon?

Neben der Theorie und der selbst erlebten und erfühlten Naturkunde legt Manfred Meehs auch Wert auf die körperliche Komponente: "Ganz wichtig ist die Bewegung", sagt er. Raus gehe es ganzjährig, bei Wind und Wetter. "Nichts ist wichtiger, als der Jugend die Natur näher zubringen und sie wegzuholen vom PC", betont auch Vereins-Chefin Diana Morch.

Um das Angebot weiter zu verbessern, will der Verein den Lehrpfad ausbauen. "Wir wollen ein Konzept umsetzen, was noch in der Schublade liegt", erklärt Diana Morch. Noch hapert es aber am lieben Geld, der Zeit und der Arbeitskraft. Die Revierförsterin wolle gern wieder junge Menschen motivieren, ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Schule zu absolvieren.

Mehr Geld könnte die Waldschule zwar durch höhere Eintrittsgelder einnehmen. Zurzeit kostet der etwa sechstündige Exkurs inklusive Verpflegung 2,50 Euro. Weil das Projekt aber vom Land finanziert wird und ein Verein dahinter steht, sei eine Erhöhung derzeit nicht möglich.

Zum Thema:
Die Waldschule "Zum Specht" ist eine von 23 Waldschulen in Brandenburg. Im Dahme-Spreewald-Kreis gibt es noch das "Haus des Waldes" in Heidesee bei Königs Wusterhausen. Betreiber ist der Landesbetrieb Forst mit Unterstützung des Waldschulvereins. Zwei Mitarbeiter werden durch das Land finanziert. Der Rest kommt über Beiträge der 22 Mitglieder sowie durch Sponsorengelder rein.