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Kreisverwaltung
Gäste aus Südkorea lernen Arbeit in der Verwaltung kennen

In der vergangenen Woche informierten sich Gäste aus Südkorea im Kreishaus Teltow-Fläming in Luckenwalde über die Arbeit der Verwaltung.
In der vergangenen Woche informierten sich Gäste aus Südkorea im Kreishaus Teltow-Fläming in Luckenwalde über die Arbeit der Verwaltung. FOTO: Landkreis Teltow-Fläming
Luckenwalde. 13-köpfige Delegation aus Asien stattet Kreishaus in Luckenwalde einen Besuch ab und erfährt Wissenswertes über politische Strukturen in Deutschland. Von Rüdiger Hofmann

Über Politik und Verwaltung haben sich Gäste aus Südkorea in der vergangenen Woche im Kreishaus in Luckenwalde informiert. Die 13-köpfige Delegation, bestehend aus Personen verschiedenster Altersgruppen und Berufe, wurde am 11. Januar von der Integrations- und Gleichstellungsbeauftragten Christiane Witt empfangen. Das teilt die Öffentlichkeitsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, Heike Lehmann, mit. Unterstützt wurde Christiane Witt von Charleen Schilling, Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement. Ziel der Gäste war es, die Verwaltungsstrukturen kennenzulernen und Ideen für die Mitgestaltung der Politik in Südkorea zu entwickeln. Dazu hatte die Dolmetscherin der Delegation, Ok-Hee Jeong, vorab einen Katalog mit vielen Fragen übermittelt.

Deutlich wurde vor allem das Interesse der Delegation für Verwaltung und die Entwicklung des ländlichen Raums. Christiane Witt erläuterte zunächst die wichtigsten Grundpfeiler der Demokratie sowie den Aufbau von Verwaltungen und deren Aufgabenverteilung. Nach der kurzen Einführung ging sie auf die Struktur und die Aufgaben der Kommunalebene ein und veranschaulichte diese anhand der Kreisverwaltung Teltow-Fläming.

Besonderes interessierten sich die Gäste dafür, wer im Landkreis Entscheidungen trifft und wie das Tourismusprojekt Flaeming-Skate den ländlichen Raum aufwertet und attraktiver macht. Gefragt wurde auch danach, welche Möglichkeiten Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung der Gesellschaft haben. Als aktuelles Beispiel dafür führte Christiane Witt die gescheiterte Kreisgebietsreform an, die unter anderem wegen des starken Bürgerwillens nicht zustande gekommen ist.

Auch Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung wurden mit Interesse aufgenommen, so Heike Lehmann. Besonders beeindruckt war die Delegation von der wirtschaftlichen Stärke des Landkreises und der geringen Arbeitslosigkeit. Beim Thema „papierloses Arbeiten“ wurde ein Unterschied zwischen Südkorea und Deutschland deutlich. Während der Übergang hier langsam voranschreitet, ist er in Südkorea längst Geschichte.

Zum Schluss stellte Christiane Witt das Projekt „Demokratie leben“ vor. Dabei fasste sie zusammen, wie wichtig das Wirken jedes Einzelnen ist, um ein demokratisches Miteinander zu erreichen: „Politik schafft mit Gesetzen und Satzungen den Rahmen, Verwaltung sorgt für deren Umsetzung und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort gestalten das demokratische Umfeld“. Für die eigene Region sei das Leitbild des Landkreises dafür eine gute Grundlage.

Die Gäste dankten für den Empfang, die Präsentation und die ausführlichen Erläuterungen. Auf Nachfrage berichteten sie, dass im Herbst eine weitere Delegation aus Südkorea nach Deutschland reisen wird. Da es sich um junge Leute handelt, wurde die Idee geboren, sie mit dem Jugendforum Teltow-Fläming bekanntzumachen. Es beschäftigt sich unter anderem damit, wie Jugendliche sich vor Ort für einen weltoffenen und demokratischen Landkreis engagieren können. Hier sieht Ok-Hee Jeong eine Chance, den jungen Südkoreanern zu verdeutlichen, wie sie die Politik in ihrer Heimat mitgestalten können.