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| 03:02 Uhr

Futter wird für den Winter gebraucht

In Lubolz rollt die Erntetechnik: Eberhard Piesnack fährt mit seinem Schwader zur Heuaufbereitung. Mit dem landwirtschaftlichen Gerät fasst Piesnack das Erntegut zu gleichmäßigen Schwaden zusammen, um es anschließend mit der Ballenpresse aufzunehmen.
In Lubolz rollt die Erntetechnik: Eberhard Piesnack fährt mit seinem Schwader zur Heuaufbereitung. Mit dem landwirtschaftlichen Gerät fasst Piesnack das Erntegut zu gleichmäßigen Schwaden zusammen, um es anschließend mit der Ballenpresse aufzunehmen. FOTO: R. Hofmann
Lübben/Goyatz. Was wird in diesem Jahr von den landwirtschaftlichen Anbauflächen zu ernten sein? Die Schäden durch das Hochwasser sind noch nicht absehbar. Der Bund hat am gestrigen Montag Soforthilfe-Maßnahmen für betroffene Betriebe der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft beschlossen. Ingrid Hoberg

7000 Hektar landwirtschaftliche Flächen stehen im Landkreis Dahme-Spreewald noch unter Wasser. Diese Meldung hat die Kreisverwaltung am Montagmorgen an das Landwirtschaftsministerium weitergegeben, informiert Manfred Schumann, Leiter der Agrarbehörde in Lübben. "Überwiegend handelt es sich um Grünland", ergänzt er.

Dort, wo es möglich ist, sind Landwirte dabei, von den Grünlandflächen Futter für den Winter einzufahren. So haben sieben Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Schwielochsee in den vergangenen Tagen den Grasschnitt von 350 Hektar Anbaufläche in die Silageanlage am Ortsausgang von Goyatz gefahren, informiert Vorstandsvorsitzender Jürgen Raatz. "Einige Wiesen sind noch immer nass und können nicht befahren werden", ergänzt er. Mehr als 1000 Rinder und Milchkühe hält die Agrargenossenschaft und braucht die Grassilage, die in etwa acht Wochen fertig ist, als Futter im Winter.

Jürgen Piesker von der Lübbener Muri GmbH treibt schon jetzt die Sorge um, was er an die 400 Kühe verfüttern soll, die vor dem Hochwasser auf den Wiesen an der Stauabsenkung Nord gerettet wurden. Sie stehen sicher im Stall, doch das Futter wird knapp. "Am Mittwoch haben wir Gesellschafterversammlung, dann werden wir entscheiden, ob wir Tiere verkaufen müssen", sagt er. Sie würden dann in die Schlachtung kommen. "Wir haben uns geopfert, dass Lübben nicht absäuft. Unsere Flächen sind geflutet worden, das Wasser steht und kann nicht ablaufen, weil Gräben über Jahre nicht geräumt wurden", stellt er fest. Jürgen Piesker fragt sich, warum die Talsperre Spremberg nicht eine Woche vor dem Hochwasser bereits abgelassen wurde. "Damals hatten wir Niedrigwasser und hätten viel aufnehmen können", sagt der erfahrene Landwirt. "2010, 2011, 2013 - das ist nun schon das dritte Hochwasser in kurzer Zeit."

Von den Flächen, die noch unter Wasser stehen, wird in diesem Jahr nichts mehr geerntet. "Für manche Betriebe steht die Existenz auf dem Spiel", sagt Manfred Schumann von der Agrarbehörde. "Zügige Hilfe tut not."

Zum Thema:
Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es rund 550 Landwirtschaftsbetriebe mit mehr als 2000 Mitarbeitern, die rund 75 000 Hektar Fläche bewirtschaften, informiert die Kreisverwaltung. Etwa 23 000 Hektar sind Grünland. Angebaut wird ebenfalls Getreide, überwiegend Roggen. Beim Futteranbau dominiert der Mais für die Rinderhaltung. Aber auch Raps, Sonnenblumen und andere Ölsaaten gehören zum Anbauprogramm.

Traktorist Lothar Schulze von der Agrargenossenschaft Schwielochsee transportiert Grasschnitt in das Fahrsilo am Ortsausgang von Goyatz. Rund eine Woche Arbeit steckt in dem Hügel. Als Futter wird die Silage im Winter an die Rinder der Genossenschaft verfüttert.
Traktorist Lothar Schulze von der Agrargenossenschaft Schwielochsee transportiert Grasschnitt in das Fahrsilo am Ortsausgang von Goyatz. Rund eine Woche Arbeit steckt in dem Hügel. Als Futter wird die Silage im Winter an die Rinder der Genossenschaft verfüttert. FOTO: Ingrid Hoberg