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Für Tourismus mit Qualität

Marianne Schulz hat gemeinsam mit ihrem Mann Joachim ein altes Gemäuer zu modern ausgestatteten Ferienwohnungen werden lassen. Im Lübbener Scheunenhof übernachten die Gäste im Ochsen-, Hühner- und Kuhstall oder Stroh-, Heu- und Kornboden. Die Pensionsbetreiber bieten hohen Standard und haben sich der Qualitätsgemeinschaft Lübben angeschlossen.
Marianne Schulz hat gemeinsam mit ihrem Mann Joachim ein altes Gemäuer zu modern ausgestatteten Ferienwohnungen werden lassen. Im Lübbener Scheunenhof übernachten die Gäste im Ochsen-, Hühner- und Kuhstall oder Stroh-, Heu- und Kornboden. Die Pensionsbetreiber bieten hohen Standard und haben sich der Qualitätsgemeinschaft Lübben angeschlossen. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Der demografische Wandel hat die Tourismusbranche erreicht. "2016 ging die Bettenkapazität gegenüber dem Vorjahr um 103 zurück", stellt Sylvia Lehmann, Vorsitzende des Tourismusvereins Lübben (Spreewald) und Umgebung, fest. Ingrid Hoberg

In diesen Fällen wurde keine Nachfolge für Vermieter gefunden. "Wir streben nach Qualität in der Branche, aber dürfen dabei auch die Quantität nicht aus den Augen lassen", sagt sie.

Deshalb wolle der Verein die Schaffung von neuen Übernachtungsmöglichkeiten unterstützen. Ein gutes touristisches Investitionsklima werde auch von der Kommunalpolitik erwartet.

Dass sich die Kreisstadt im Vergleich zu den Nachbarn Burg (SPN) und Lübbenau (OSL) stärker profilieren muss, zeigt das Organisations- und Entwicklungskonzept für den Freizeit- und Erholungsstandort Lübben 2026. Es liegt seit Anfang des Jahres vor und wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. "Lübben setzt auf Erholung und Freizeit, auf Familien und gehobene Zielgruppen - das ist unsere Chance", sagt Sylvia Lehmann. Sie drängt darauf, dass sich die Mitglieder des Tourismusvereins mit diesem Konzept beschäftigen. "Das ist wichtig für die eigene Arbeit, jeder sollte wissen, was in dem Papier steht", betont sie. "Die aufgelisteten Vorhaben müssen zielstrebig umgesetzt werden, um unseren Standort zu stärken und mit den touristischen Nachbarn Schritt zu halten."

Auch der Tourismusverein will seinen Anteil an der perspektivischen Ausrichtung der Branche einbringen. In der Jahreshauptversammlung ist ein Strategiepapier vorgestellt worden, zu dem nun alle Mitglieder ihre Stellungnahmen und Ergänzungen an den Vorstand kurzfristig weiterleiten können. Einen besonderen Stellenwert soll die Kooperation des Vereins mit den Touristikern aus dem Umland einnehmen. Der Entwurf des Strategiepapiers ist im Büro von Sylvia Lehmann, Frankfurter Straße 45, für die Vereinsmitglieder erhältlich. Dort können auch Vorschläge zur Ergänzung, Änderung, Erweiterung eingereicht werden, so die Vereinsvorsitzende. Einige Stellungnahmen haben die Vereinsvorsitzende schon erreicht, sie hofft im Interesse einer breiten Diskussion um weitere Wortmeldungen. Welche Bedeutung der Tourismus für die Wirtschaftskraft des Landkreises Dahme-Spreewald hat, betonte während der Mitgliederversammlung auch Landrat Stephan Loge (SPD).

Das Tourismuskonzept für Lübben ist auf der Homepage www.luebben-rathaus.de unter Stadtentwicklung zu finden.

Zum Thema:
Der Tourismusverein Lübben (Spreewald) und Umgebung verweist auf die Angaben der TKS zur Saison 2016. Demnach wurden 60 342 Gästeankünfte gezählt, dem stehen im Vorjahr 54 245 gegenüber. Die Zahl der Übernachtungen stieg jedoch nur gering von 214 219 im Jahr 2015 auf 241 999. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verringerte sich auf 3,41 Tage im Vergleich zum Vorjahr mit 3,47 Tagen. Der kürzere Aufenthalt von Wasserwanderern und Fahrradtouristen wird als Ursache gewertet. Auf solche veränderten Trends müssen sich die Lübbener Touristiker einstellen.Im Vermittlungsgebiet gibt es 3615 Gästebetten, darunter 539 in Hotels und Pensionen. 462 Gästebetten befinden sich in Ferienwohnungen und -häusern, 188 in Kinder- und Jugendeinrichtungen, über 250 Betten verfügt das Reha-Zentrum und der Spreewald-Camping in Lübben hält 160 Stellplätze bereit.