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Neues Angebot
Frische Kürbissuppe im Buchenwald

Die Schlepziger Kahnfährfrau Yvonne Huber bietet Kürbissuppenkahnfahrten in den Hochwald an. An geeigneter Stelle wird gerastet und die Suppe genossen, bei Gurkenbrot und Schmalzstullen.
Die Schlepziger Kahnfährfrau Yvonne Huber bietet Kürbissuppenkahnfahrten in den Hochwald an. An geeigneter Stelle wird gerastet und die Suppe genossen, bei Gurkenbrot und Schmalzstullen. FOTO: Peter Becker / Becker Peter
Schlepzig. Kahnfährfrau Yvonne Huber lädt zu nicht alltäglichen Touren in den Hochwald ein.

Die Schlepziger Kahnfährfrau Yvonne Huber lädt zwei gut verpackte Kisten in den Kahn, dazu noch ihre Gäste und macht sich auf den Weg in den Hochwald. Sie trägt die Arbeitstracht, ganz so wie es sich (zumindest) früher gehörte.

Kaum ist der Ort über den Quaasstrom verlassen, zwingen umgestürzte Bäume zur Kursänderung. „Xavier“ hat hier ganze Arbeit geleistet. Im Hintergrund dröhnen Kettensägen, die Männer sind bei der Arbeit, werden aber noch Wochen zu tun haben. Für die jeden Winkel kennende Yvonne Huber ist das kein Problem: „Da nehmen wir halt eine andere Route“, kommentiert sie lächelnd die Umstände und macht sich auf den Weg in Richtung Buchenhain. Dort angekommen, werden die zwei Kisten von ihr und Helfern in den Wald getragen. Die Gäste werden von der Fährfrau zum Pilze suchen weggeschickt. „Aber in einer Viertelstunde bitte wieder hier sein – mit oder ohne Pilze, die brauchen wir ohnehin nicht heute“, ruft sie ihnen nach.

Auf einem uralten und von einem einstigen Sturm gefällten Buchenstamm drapiert sie Geschirr, Servietten, Gurkenbrot, Schmalz, Butter, … alles, was zu einem Picknick gehört. Auf einem Kocher wärmt sie Kürbissuppe auf. „Natürlich selbst gemacht“, erklärt Yvonne Huber den mehr oder weniger erfolgreich zurückkehrenden Pilzsuchern. Für die ehemalige Köchin, die seit vier Jahren Kahn fährt, war das keine große Herausforderung.

Das Magdeburger Ehepaar Wolfgang und Reinhild Wilde stellte nach dem zweiten Nachschlag das Geschirr ab und schwärmte: „In einer solchen Umgebung haben wir noch nie Kürbissuppe gegessen, und dazu noch eine so gute“, erzählt Wolfgang Wilde. Aus der Werbung hatten sie von dem Angebot der Schlepziger Kahnfährfrau erfahren und sich für die Fahrt angemeldet.

Beide langen noch mal kräftig beim Gurken- und Schmalzbrot zu, bevor wieder alles ordentlich eingepackt und zum an der Schleuse vertäuten Kahn zurückgebracht wird – die Kisten sind nun deutlich leichter.

Zurück geht es über einen kleinen Umweg zum Wussegk. Diese Eicheninsel hebt sich aus dem umgebenden Sumpf ab, sie war einst Rückzugsgebiet der Schlepziger im Dreißigjährigen Krieg. Georg Hutten predigte hier ungehindert das Evangelium. Zwei kleine Denkmäler erinnern an die Zeit. Begehbar ist die in Privatbesitz befindliche Kaupe derzeit nur unter Schwierigkeiten, auch „Xavier“ lässt grüßen. Vorbei an Biberburgen in einer traumhaft schönen Herbstlandschaft nähert sich der Kahn wieder seinem Ausgangspunkt.

Den Gästen wird wohl die dreistündige Kahnfahrt in langer Erinnerung bleiben: das Wetter stimmte wie selten, die Versorgung an- und außerbords war perfekt, und die Fährfrau war es ohnehin auch. Sie berichtete während der Fahrt von ihrem schönen Spreewald, den sie von Kindheit an in allen Jahreszeiten durchlebt. Das Magdeburger Ehepaar verabschiedet sich bei ihr: „Einmalig, beispielhaft, traumhaft, … uns fehlen die Worte!“ Yvonne Huber bietet diese Fahrten auf Nachfrage an, solche Events müssen gut vorbereit werden.